Zur Story: Der gewiefte und gewissenlose Investment Banker Tony Khosla, genannt Bachchu (Irrfan), arbeitet für den korrupten Central Minister Bapuji (Gulshan Grover), der Politik als Geschäft betrachtet und immense Summen Schwarzgeld auf mehreren Konten der Euro Swiss Bank in Zürich hortet. An diesem Morgen soll Tony mehrere Wahlhelfer von Bapuji mit Bargeld beliefern und lässt sich die Adressen sicherheitshalber über einen öffentlichen Fernsprecher in einer Telefonzelle durchgeben. Doch bevor er die Zelle wieder verlassen kann, wird er von einem Unbekannten (Sanjay Dutt) angerufen, der ihm klarmacht, dass er ein Gewehr auf Tony gerichtet hat, und ihn so dazu zwingen will, alle seine Anweisungen zu befolgen. Bald werden Polizei und Medien auf das Drama in der Telefonzelle aufmerksam – und damit auch Bapuji, der mit allen Mitteln verhindern will, dass Tonys Verbindung zu ihm und seinem Schwarzgeld aufgedeckt wird; denn genau das ist offenbar das Ziel des unbekannten Scharfschützen...
"Phone-Booth-Kopie" heulten die Medien von Beginn der Dreharbeiten an, auch wenn Regisseur Mani Shankar immer wieder betonte, dass das Motiv des Mannes, der in einer Telefonzelle von einem Scharfschützen als Geisel gehalten wird, die einzige Gemeinsamkeit seines Filmes mit diesem Hollywood-Streifen sei. Aber schließlich reichten die Macher von Phone Booth wenige Tage vor der Premiere von Knock Out eine Klage wegen Copyright-Verletzung ein, bei der sie tatsächlich Recht bekamen – angeblich sei Knock Out Szene für Szene von Phone Booth kopiert. Wie das möglich sein soll, da es in Phone Booth meines Wissens nach keineswegs um das Aufdecken von Politiker-Korruption und Geldwäsche geht, ist mir nach wie vor ein Rätsel (ja, ich gestehe: Ich kenne Phone Booth nicht), aber in jedem Fall war der Schaden immens; zwar durfte der Film dank einer einstweiligen Verfügung dennoch starten, doch die allgemeine Stimmung war derart gegen den Film aufgeheizt, dass er gnadenlos floppte – trotz einiger mutiger Kritikerstimmen, die das allgemeine "Abkupferer"-Geschrei verurteilten und Knock Out sogar besser als Phone Booth einstuften.
Letzteres kann ich, wie gesagt, nicht beurteilen, aber in jedem Fall habe ich mich mit Knock Out zwei Stunden lang glänzend unterhalten, und das ist es, was am Ende des Tages für mich zählt. Mani Shankar hat Mitte der 90er Jahre im Büro des indischen Premierministers gearbeitet und dabei wohl Einblicke in so manchen finanziellen Skandal gewonnen. Diese Erfahrungen hat er nun in seinem politischen Thriller Knock Out verarbeitet, unter dem Motto "Let's knock out this system – we must bring our money back". Der Film spielt in Realzeit (von 11 bis 13 Uhr) und verzichtet auf jegliche Songs – ein pro forma gedrehter Item-Song mit Mahi Gill flog am Ende ebenso aus dem Film raus wie der mit Sanjay Dutt als Protagonist gedrehte Clip zum Titelsong, der lediglich für die Promotion des Films verwendet wurde. Auf diese Weise gelang es Shankar, die Spannung über zwei Stunden lang kontinuierlich aufzubauen und immer mehr zu steigern.
Dabei konnte er auf zwei grandiose Protagonisten bauen: Sanjay Dutt und Irrfan Khan, die sich während der Dreharbeiten zwar niemals begegneten, sich aber dennoch gegenseitig die Dialoge um die Ohren fetzen, als hätten sie ihren Kontrahenten leibhaftig vor sich und könnten direkt auf ihn reagieren. Tolle Leistung. Sanjay spielt seinen Part souverän, mit ruhiger, besonnener Abgeklärtheit und bisweilen auch mit einem kleinen Zwinkern im Augenwinkel. Seine Martial-Arts-Einlage mit dem britischen Action-Choreographen Joey Ansah, der (wie bei Matt Damon in The Bourne Ultimatum) persönlich Sanjays Nahkampf-Gegner gespielt hat, ist sehenswert – Sanjay setzte Joeys Karatekünsten seine Fertigkeiten in Jiu Jitsu und Chow Lin Foot entgegen, und kein Zweifel, auch mit inzwischen über 50: Er kann es noch immer.
Irrfan wandelt sich vom aalglatten Banker zu einem hilflosen Menschen, der buchstäblich um sein Leben redet und am Ende über sich hinauswächst. Er hat auch die zweifellos köstlichste Szene des Filmes – seine ihm von Sanjay aufgezwungene "Tanz"-Einlage. Herrlich! Gegen diese beiden darstellerischen Kaliber hat es der Rest des Casts schwer; am eindrucksvollsten bleibt dabei Sushant Singh im Gedächtnis, der den ehrlichen Polizisten Vikram vollkommen natürlich und ohne irgendwelche Mätzchen spielt und gerade dadurch positiv auffällt. Kangna Ranaut als TV-Reporterin Nidhi Srivastav macht sich insgesamt gut; Gulshan Grover gelingt es dank seiner Routine, dem korrupten Minister seine Brandgefährlichkeit zu bewahren – bei einem schwächeren Darsteller wäre diese Figur mit ihren Wutausbrüchen möglicherweise ins Chargenhafte abgerutscht. Alle anderen, von Rukhsar als Tonys Frau Lakshmi bis zu dem Regisseur Apoorva Lakhia, der sich hier als Encounter-Spezialist Ranvir Singh zur Abwechslung mal als Schauspieler versucht, haben nicht viel zu tun. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich ganz und gar auf das Duell Sanjay-Irrfan. Und das ist großartig. Man bedauert dabei nur eines: dass es keine direkte Interaktion zwischen den beiden gab. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Hoffentlich.
Produktion: AAP Entertainment Ltd. Sohail Maklai; Regie: Mani Shankar
111 Min.; DVD: Moserbaer, englische UT
Official Website
The making of 'Knock Out' - Part 01
The making of 'Knock Out' - Part 02
Sonntag, 30. Januar 2011
Samstag, 1. Januar 2011
Bhai means brother to me, says Sanjay Dutt
Spicezee, 1. Januar 2011
Deadly Dutt, auch bekannt als Sanjay Dutt, ist einer der Bollywood-Schauspieler, deren reales Leben genauso interessant ist wie ihre Filmrollen. Vom Tod seiner geliebten Mutter Nargis Dutt bis zu Drogen, Gefängnis und Superstartum in Bollywood, Sanjay Dutt hat alles erlebt. Heute ist Sanjay glücklich mit Manyata verheiratet und stolzer Vater von Zwillingen.
In einem exklusiven Interview mit Swati Chaturvedi von Spicezee.com in ihrem Programm 'Kahiye Janab' spricht Sanjay Dutt über seine Filmkarriere, seine Tochter Trishala, seine Frau Manyata und natürlich auch über seine Babys.
Swati: Sanjay, einmal mehr Willkommen bei 'Kahiye Janab'. Wenn ich Sie mir so ansehe, dann sind Sie gerade sehr glücklich. Nennen Sie uns bitte drei Gründe dafür?
Sanjay: Zuallererst die Geburt meiner Zwillinge, und natürlich meine Karriere, denn es warten ein paar gute Projekte auf mich. Ich bin vollkommen in Frieden mit mir selbst.
Swati: Es ist schon seltsam, dass Menschen versuchen, Sie fertigzumachen und Ihren Namen in Kontroversen hineinzuziehen. Was sagen Sie dazu?
Sanjay: Sehen Sie, die, die das machen, für die ist das ihr Job. Und mein Job ist es, die richtige Antwort darauf zu geben.
Swati: Ihr Image in der Industrie ist das des Sanju Baba, nicht gerade übergesegnet mit Verstand. Finden Sie, dass Sie deshalb benachteiligt werden? Zum Beispiel, dass man einem Shahrukh oder Aamir tiefgreifende Fragen stellt, aber bei Sanjay will man nur wissen, welches Auto er mag...
Sanjay (lächelt): In gewisser Weise ist das gut; ich bin immer noch ein Kind, für immer jung.
Swati: Sind Sie für immer jung? Sind Sie gefangen in einem Image?
Sanjay: Ich bin nicht in einem Image gefangen. Ich bin so. Ich denke, die, die mich Sanju Baba nennen, die werden mich auch weiterhin fragen, welches Auto oder welches Essen ich mag.
Swati: In Ihren Filmen wie Lage Raho Munnabhai haben Sie Gandhi Bedeutung in unserer Zeit verliehen. Jedermann wird durch Sie inspiriert. Sie haben die gesamte Bandbreite durchquert. Denken Sie, Sie haben in der Filmindustrie den Ihnen zustehenden Anteil bekommen?
Sanjay: Ich habe meinen Anteil in jeder Rolle bekommen. Ich bin glücklich mit allem, was ich gemacht habe. Ich war nie ein Teil des Nummernspiels.
Swati: Finden Sie nicht, dass es in der Welt um uns herum massive religiöse Intoleranz gibt? Unlängst wurde der Zivilluftfahrt-Minister Praful Patel an einem Flughafen in den USA festgenommen und verhört, und Ihnen wurde das US-Visum verweigert, als Sie an der Abschlussfeier Ihrer Tochter Trishala teilnehmen wollten.
Sanjay: So waren die USA vorher nie. Ich habe selber drei Jahre lang in Jackson, Mississippi gelebt. Früher waren die USA eine freie Gesellschaft, wo die Menschen dich willkommen geheißen haben. Die Welt ist so seltsam, so fremd geworden.
Swati: Angesichts der politischen Situation in Indien – das Ayodhya-Urteil kam nach 60 Jahren –, finden Sie nicht, dass es besser für Sie war, nicht in die Politik zu gehen?
Sanjay: Gott sei's gedankt, dass ich nicht in dem politischen Netz hänge. Ich bin ein Schauspieler und sehr glücklich damit.
Swati: Denken Sie, dass die Filmindustrie ihre Stimme gegen religiöse Intoleranz und Ungerechtigkeiten erheben sollte?
Sanjay: Für mich persönlich war es eine große Tragödie, dass ich an Trishalas Abschlusstag nicht bei ihr sein konnte. Man sagte mir, man habe mir das Visum wegen meiner alten Verurteilung verweigert. Ich mache ihnen das ebenso zum Vorwurf wie denen, die mich verurteilt und unter TADA angeklagt haben.
Swati: Was würden Sie Ihrer Tochter Trishala gerne sagen?
Sanjay: Ich liebe sie, sie ist mein bestes Baby. Ich bin stolz auf sie, auf das, was sie gemacht hat und geworden ist. Ich weiß noch, wie sie mir damals gesagt hat, sie wolle Strafrecht studieren und unschuldigen Menschen wie mir helfen.
Swati: Was würden Sie gerne Ihren Zwillingen sagen?
Sanjay: Ich bin glücklich, Kinder zu haben.
Swati: Hätten Sie nach all den Höhen und Tiefen Ihres Lebens noch geglaubt, dass Sie noch einmal heiraten und Kinder haben würden?
Sanjay: Ich habe es mir gewünscht, und ich habe es bekommen. Und ich danke Gott dafür.
Swati: Erzählen Sie uns von Ihren glücklichen Momenten...
Sanjay: Meine Tochter aufwachsen zu sehen, Manyata zu heiraten, und meine Zwillinge.
Swati: Was wäre, wenn Ihr Vater Sunil Dutt heute noch am Leben wäre?
Sanjay: Er wäre so glücklich, wenn er das alles hätte erleben dürfen! Er hat an mich geglaubt, und jeder weiß, dass ich niemals anti-national sein kann. Ich bin säkular, meine Mutter war Muslimin und mein Vater war Hindu.
Swati: Finden Sie nicht, dass die Menschen Sie zwar besser verstanden haben, aber in den Medien wurde es dann anders dargestellt?
Sanjay: Ja, und in diesem Punkt gibt es eine Menge Ähnlichkeiten zwischen Salman und mir. Ich liebe Salman wie einen jüngeren Bruder.
Swati: Nun, da Sie Stabilität im Leben gefunden haben, wann, denken Sie, wird es bei Salman soweit sein?
Sanjay (lächelt): Ich bete zu Gott, dass Salman sesshaft wird, und werde ihn auch darum bitten.
Swati: Ihr Lieblingsfilm neben Munnabhai?
Sanjay: Vaastav, Saajan, Sadak und Khalnayak.
Swati: Wer ist Ihr Lieblings-Khan – Salman, Shahrukh oder Aamir?
Sanjay: Salman, ganz sicher.
Swati: Was bedeutet 'bhai' für Sie?
Sanjay: Bruder.
(Swati Chaturvedi; adapted by Aman Kanth; Deutsch von Diwali)
Deadly Dutt, auch bekannt als Sanjay Dutt, ist einer der Bollywood-Schauspieler, deren reales Leben genauso interessant ist wie ihre Filmrollen. Vom Tod seiner geliebten Mutter Nargis Dutt bis zu Drogen, Gefängnis und Superstartum in Bollywood, Sanjay Dutt hat alles erlebt. Heute ist Sanjay glücklich mit Manyata verheiratet und stolzer Vater von Zwillingen.
In einem exklusiven Interview mit Swati Chaturvedi von Spicezee.com in ihrem Programm 'Kahiye Janab' spricht Sanjay Dutt über seine Filmkarriere, seine Tochter Trishala, seine Frau Manyata und natürlich auch über seine Babys.
Swati: Sanjay, einmal mehr Willkommen bei 'Kahiye Janab'. Wenn ich Sie mir so ansehe, dann sind Sie gerade sehr glücklich. Nennen Sie uns bitte drei Gründe dafür?
Sanjay: Zuallererst die Geburt meiner Zwillinge, und natürlich meine Karriere, denn es warten ein paar gute Projekte auf mich. Ich bin vollkommen in Frieden mit mir selbst.
Swati: Es ist schon seltsam, dass Menschen versuchen, Sie fertigzumachen und Ihren Namen in Kontroversen hineinzuziehen. Was sagen Sie dazu?
Sanjay: Sehen Sie, die, die das machen, für die ist das ihr Job. Und mein Job ist es, die richtige Antwort darauf zu geben.
Swati: Ihr Image in der Industrie ist das des Sanju Baba, nicht gerade übergesegnet mit Verstand. Finden Sie, dass Sie deshalb benachteiligt werden? Zum Beispiel, dass man einem Shahrukh oder Aamir tiefgreifende Fragen stellt, aber bei Sanjay will man nur wissen, welches Auto er mag...
Sanjay (lächelt): In gewisser Weise ist das gut; ich bin immer noch ein Kind, für immer jung.
Swati: Sind Sie für immer jung? Sind Sie gefangen in einem Image?
Sanjay: Ich bin nicht in einem Image gefangen. Ich bin so. Ich denke, die, die mich Sanju Baba nennen, die werden mich auch weiterhin fragen, welches Auto oder welches Essen ich mag.
Swati: In Ihren Filmen wie Lage Raho Munnabhai haben Sie Gandhi Bedeutung in unserer Zeit verliehen. Jedermann wird durch Sie inspiriert. Sie haben die gesamte Bandbreite durchquert. Denken Sie, Sie haben in der Filmindustrie den Ihnen zustehenden Anteil bekommen?
Sanjay: Ich habe meinen Anteil in jeder Rolle bekommen. Ich bin glücklich mit allem, was ich gemacht habe. Ich war nie ein Teil des Nummernspiels.
Swati: Finden Sie nicht, dass es in der Welt um uns herum massive religiöse Intoleranz gibt? Unlängst wurde der Zivilluftfahrt-Minister Praful Patel an einem Flughafen in den USA festgenommen und verhört, und Ihnen wurde das US-Visum verweigert, als Sie an der Abschlussfeier Ihrer Tochter Trishala teilnehmen wollten.
Sanjay: So waren die USA vorher nie. Ich habe selber drei Jahre lang in Jackson, Mississippi gelebt. Früher waren die USA eine freie Gesellschaft, wo die Menschen dich willkommen geheißen haben. Die Welt ist so seltsam, so fremd geworden.
Swati: Angesichts der politischen Situation in Indien – das Ayodhya-Urteil kam nach 60 Jahren –, finden Sie nicht, dass es besser für Sie war, nicht in die Politik zu gehen?
Sanjay: Gott sei's gedankt, dass ich nicht in dem politischen Netz hänge. Ich bin ein Schauspieler und sehr glücklich damit.
Swati: Denken Sie, dass die Filmindustrie ihre Stimme gegen religiöse Intoleranz und Ungerechtigkeiten erheben sollte?
Sanjay: Für mich persönlich war es eine große Tragödie, dass ich an Trishalas Abschlusstag nicht bei ihr sein konnte. Man sagte mir, man habe mir das Visum wegen meiner alten Verurteilung verweigert. Ich mache ihnen das ebenso zum Vorwurf wie denen, die mich verurteilt und unter TADA angeklagt haben.
Swati: Was würden Sie Ihrer Tochter Trishala gerne sagen?
Sanjay: Ich liebe sie, sie ist mein bestes Baby. Ich bin stolz auf sie, auf das, was sie gemacht hat und geworden ist. Ich weiß noch, wie sie mir damals gesagt hat, sie wolle Strafrecht studieren und unschuldigen Menschen wie mir helfen.
Swati: Was würden Sie gerne Ihren Zwillingen sagen?
Sanjay: Ich bin glücklich, Kinder zu haben.
Swati: Hätten Sie nach all den Höhen und Tiefen Ihres Lebens noch geglaubt, dass Sie noch einmal heiraten und Kinder haben würden?
Sanjay: Ich habe es mir gewünscht, und ich habe es bekommen. Und ich danke Gott dafür.
Swati: Erzählen Sie uns von Ihren glücklichen Momenten...
Sanjay: Meine Tochter aufwachsen zu sehen, Manyata zu heiraten, und meine Zwillinge.
Swati: Was wäre, wenn Ihr Vater Sunil Dutt heute noch am Leben wäre?
Sanjay: Er wäre so glücklich, wenn er das alles hätte erleben dürfen! Er hat an mich geglaubt, und jeder weiß, dass ich niemals anti-national sein kann. Ich bin säkular, meine Mutter war Muslimin und mein Vater war Hindu.
Swati: Finden Sie nicht, dass die Menschen Sie zwar besser verstanden haben, aber in den Medien wurde es dann anders dargestellt?
Sanjay: Ja, und in diesem Punkt gibt es eine Menge Ähnlichkeiten zwischen Salman und mir. Ich liebe Salman wie einen jüngeren Bruder.
Swati: Nun, da Sie Stabilität im Leben gefunden haben, wann, denken Sie, wird es bei Salman soweit sein?
Sanjay (lächelt): Ich bete zu Gott, dass Salman sesshaft wird, und werde ihn auch darum bitten.
Swati: Ihr Lieblingsfilm neben Munnabhai?
Sanjay: Vaastav, Saajan, Sadak und Khalnayak.
Swati: Wer ist Ihr Lieblings-Khan – Salman, Shahrukh oder Aamir?
Sanjay: Salman, ganz sicher.
Swati: Was bedeutet 'bhai' für Sie?
Sanjay: Bruder.
(Swati Chaturvedi; adapted by Aman Kanth; Deutsch von Diwali)
Dienstag, 14. Dezember 2010
Lamhaa (2010) - Review in English
About the story: The Indian Intelligence Service observes increasing activities of the terror group Lashkar-e-Toiba in Kashmir prior to the upcoming elections and sends Vikram Sabharwal (Sanjay Dutt) there for investigations. For this purpose, he assumes the name of Gul Jehangir. Vikram witnesses a suicide attack on the leader of the radical Muslim separatist party PKF Haji Sayyed Shah (Anupam Kher) which kills party leader Shabber Ali and his driver. Vikram gets on the track of a planned 'Operation 89' in Jammu which might cause worse consequences than the devastating Kashmir riots in 1989. Encounters with Haji Sayyed Shah, with freedom fighter Aziza (Bipasha Basu) who shares the radical views of her adoptive father Haji, with Aatif Hussain (Kunal Kapoor) who broke with the PKF and now intends to run for the elections with his own party, and with many other people make Vikram more and more realize who's and what's behind the extremism...
"God made heaven. Man created hell. This is the story of Kashmir."
Lamhaa definitely is a film you have to watch twice. Not exactly for the actors though especially Sanjay Dutt and Anupam Kher are excelling and even the rest of the cast does well, from Bipasha Basu to Kunal Kapoor (who only fails a bit in delivering his political speeches) and to the splendid supporting actors headed by Jyoti Dogra (Badi Bi), Shernaz Patel (Parveena) and Mahesh Manjrekar (Peer). Not exactly either for the landscape pictures though many of them are breathtakingly beautiful – and all the more you're cracked when even the most beautiful landscape pics are not free from barbwire (which you can observe specially well during the song "Madhno Re").
No, the reason is the abundance of information which director of Parzania fame Rahul Dholakia collected during years of intense research in Kashmir and then worked up in his movie Lamhaa (= moment) which was also mostly shot in the troubled valley (partly under dangerous circumstances). Even if you informed yourself beforehand about the film and its background – while actually watching it for the first time you're just busy to gather this flood of information, to digest them and to sort them – above all when you're depending on the subs. In a way Lamhaa thus reflects exactly the confusion and unrest prevailing (unfortunately) in Kashmir. However, when you then watch the film the second time with all the knowledge you now got, the film ultimately hits you to the core.
I know that in a way this speaks against the film; a film should be made to be understandable already at the first time. Absolutely correct. On the other hand, similar syndromes can be observed even at belauded films like Matrix, just to name one example – it surely takes more than just one watching to discover (if you discover it at all!) that the story re-enacts the Great Arcanum of the Tarot cards. In so far, you can pretty well give Lamhaa a second chance too.
Maybe Dholakia should have made two or three films with his material. And surely he should have avoided some embarrassing mistakes like using a too small type size for the important information about the historical background at the beginning which makes it nearly impossible to pick up this knowledge. Or the unnecessary slow motion intro of Sanjay Dutt which may be okay if Sanjay plays cool heroes, bhais or gangsters but doesn't go well with an intelligence service agent in a realistic story like this, the more so as it puts the film too close to standard mainstream fiction and deprives it of its seriousness already during the first minutes. (The same repeats later with Kunal's motorbike intro – again you're confronted with a filmi hero coolness which, needless to say, is not continued later.)
Nevertheless Lamhaa should be watched. Or, as I said, twice. Or even more often (that's the stadium I've reached meanwhile). So that you can get at least a presentiment of the whole spectrum of hopelessness, despair, anguish, anger and loss of identity in Kashmir – plus the radicalism and the imperceptible manipulations behind it which make the situation in Jammu and Kashmir as vast and insolvable as the film turns out to be. Dholakia was accused not to have offered solution possibilities. But how could he? If there were any, wouldn't they have been tried out long since? If the end of Lamhaa is open and leaves you in a state of cluelessness and confusion, then it's the only end which does justice to the film and its issue.
For there is above all one fact which Lamhaa shows in all mercilessness: All are profiting from the conditions in Kashmir – government, military, politicians, police, intelligence service... even the tailor who sells his uniforms to the militants aswell as to the underpaid soldiers. Aatif Hussain who lays down the arms ("they are against the Islam") gets best to the point when he blames Haji: "You all sell dreams of freedom. You've turned Kashmir into a company." And Peer ups the ante: "Kashmir is a very big company. They make crores of rupees everyday." Even the border soldier on duty rakes in his profits when he, for a high bribe, opens the border for three hours so that 30 Pakistani can be channelled in – plus five more so that the border troops can shoot their quantum. The government profits from the terror – the more fear of terror, the higher is the budget. And therefore freedom is not desirable, not even the intention to gain it. And so the people continue to live in their "beautiful jail" Kashmir with daily identity controls and the permanent risk to be hit by a bullet (no matter whether by a terrorist or by the military). In Dardpura, the village of the half-widows in Northern Kashmir, more than 10,000 women will continue to search for their husbands and sons who disappeared without a trace (in Indian prisons?). In Lashkar, the children's training camp in the part of Kashmir occupied by Pakistan, children will continue to be drilled to become suicide attackers with no will of their own. And no politician responsible will ever be arrested as they enjoy diplomatic immunity. While the people lose their identity ("Why am I a stranger in my own world?").
I want to end my meditations about Lamhaa with quoting an Indian friend of mine whose considerations about this film are corresponding to mine: "The movie is not a comprehensive story because Kashmir has reached that stage. The politics, the terrorists, the regular people, the army, the governments etc are all just woven so tight like a knot that cannot be untied...just cut! If it helps, the end was very satisfying for me because that is exactly what the mind feels affter the small child has died in the war of these insane adults...deep down nothingness...what can you do? there is no happy conclusion, or even a satisfying one. So, if you get a chance see it again...you will really appreciate it." (Moha Dholakia Mehta)
Produced by Bunty Walia, Juspreet Singh Walia; Directed by Rahul Dholakia
111 Min.; DVD: Big Home Video, English Subtitles (including songs)
© Diwali
Official Website
Official Facebook Group
Rahul Dholakia's Lamhaa Blogs:
"Welcome to Kashmir. The most dangerous place in the world."
Hum Kya Chathe? "Azaadi"
Kashmir - The beautiful prison
Kashmir - AK47
"God made heaven. Man created hell. This is the story of Kashmir."
Lamhaa definitely is a film you have to watch twice. Not exactly for the actors though especially Sanjay Dutt and Anupam Kher are excelling and even the rest of the cast does well, from Bipasha Basu to Kunal Kapoor (who only fails a bit in delivering his political speeches) and to the splendid supporting actors headed by Jyoti Dogra (Badi Bi), Shernaz Patel (Parveena) and Mahesh Manjrekar (Peer). Not exactly either for the landscape pictures though many of them are breathtakingly beautiful – and all the more you're cracked when even the most beautiful landscape pics are not free from barbwire (which you can observe specially well during the song "Madhno Re").
No, the reason is the abundance of information which director of Parzania fame Rahul Dholakia collected during years of intense research in Kashmir and then worked up in his movie Lamhaa (= moment) which was also mostly shot in the troubled valley (partly under dangerous circumstances). Even if you informed yourself beforehand about the film and its background – while actually watching it for the first time you're just busy to gather this flood of information, to digest them and to sort them – above all when you're depending on the subs. In a way Lamhaa thus reflects exactly the confusion and unrest prevailing (unfortunately) in Kashmir. However, when you then watch the film the second time with all the knowledge you now got, the film ultimately hits you to the core.
I know that in a way this speaks against the film; a film should be made to be understandable already at the first time. Absolutely correct. On the other hand, similar syndromes can be observed even at belauded films like Matrix, just to name one example – it surely takes more than just one watching to discover (if you discover it at all!) that the story re-enacts the Great Arcanum of the Tarot cards. In so far, you can pretty well give Lamhaa a second chance too.
Maybe Dholakia should have made two or three films with his material. And surely he should have avoided some embarrassing mistakes like using a too small type size for the important information about the historical background at the beginning which makes it nearly impossible to pick up this knowledge. Or the unnecessary slow motion intro of Sanjay Dutt which may be okay if Sanjay plays cool heroes, bhais or gangsters but doesn't go well with an intelligence service agent in a realistic story like this, the more so as it puts the film too close to standard mainstream fiction and deprives it of its seriousness already during the first minutes. (The same repeats later with Kunal's motorbike intro – again you're confronted with a filmi hero coolness which, needless to say, is not continued later.)
Nevertheless Lamhaa should be watched. Or, as I said, twice. Or even more often (that's the stadium I've reached meanwhile). So that you can get at least a presentiment of the whole spectrum of hopelessness, despair, anguish, anger and loss of identity in Kashmir – plus the radicalism and the imperceptible manipulations behind it which make the situation in Jammu and Kashmir as vast and insolvable as the film turns out to be. Dholakia was accused not to have offered solution possibilities. But how could he? If there were any, wouldn't they have been tried out long since? If the end of Lamhaa is open and leaves you in a state of cluelessness and confusion, then it's the only end which does justice to the film and its issue.
For there is above all one fact which Lamhaa shows in all mercilessness: All are profiting from the conditions in Kashmir – government, military, politicians, police, intelligence service... even the tailor who sells his uniforms to the militants aswell as to the underpaid soldiers. Aatif Hussain who lays down the arms ("they are against the Islam") gets best to the point when he blames Haji: "You all sell dreams of freedom. You've turned Kashmir into a company." And Peer ups the ante: "Kashmir is a very big company. They make crores of rupees everyday." Even the border soldier on duty rakes in his profits when he, for a high bribe, opens the border for three hours so that 30 Pakistani can be channelled in – plus five more so that the border troops can shoot their quantum. The government profits from the terror – the more fear of terror, the higher is the budget. And therefore freedom is not desirable, not even the intention to gain it. And so the people continue to live in their "beautiful jail" Kashmir with daily identity controls and the permanent risk to be hit by a bullet (no matter whether by a terrorist or by the military). In Dardpura, the village of the half-widows in Northern Kashmir, more than 10,000 women will continue to search for their husbands and sons who disappeared without a trace (in Indian prisons?). In Lashkar, the children's training camp in the part of Kashmir occupied by Pakistan, children will continue to be drilled to become suicide attackers with no will of their own. And no politician responsible will ever be arrested as they enjoy diplomatic immunity. While the people lose their identity ("Why am I a stranger in my own world?").
I want to end my meditations about Lamhaa with quoting an Indian friend of mine whose considerations about this film are corresponding to mine: "The movie is not a comprehensive story because Kashmir has reached that stage. The politics, the terrorists, the regular people, the army, the governments etc are all just woven so tight like a knot that cannot be untied...just cut! If it helps, the end was very satisfying for me because that is exactly what the mind feels affter the small child has died in the war of these insane adults...deep down nothingness...what can you do? there is no happy conclusion, or even a satisfying one. So, if you get a chance see it again...you will really appreciate it." (Moha Dholakia Mehta)
Produced by Bunty Walia, Juspreet Singh Walia; Directed by Rahul Dholakia
111 Min.; DVD: Big Home Video, English Subtitles (including songs)
© Diwali
Official Website
Official Facebook Group
Rahul Dholakia's Lamhaa Blogs:
"Welcome to Kashmir. The most dangerous place in the world."
Hum Kya Chathe? "Azaadi"
Kashmir - The beautiful prison
Kashmir - AK47
Montag, 13. Dezember 2010
Lamhaa (2010)
Zur Story: Der indische Geheimdienst beobachtet im Vorfeld der Wahlen in Kashmir verstärkte Aktivitäten der Terroristengruppe Lashkar-e-Toiba und schickt deswegen Vikram Sabharwal (Sanjay Dutt) unter dem Pseudonym Gul Jehangir in die Krisenregion. Dort wird Vikram Zeuge eines Selbstmordattentats auf den Führer der radikalen muslimischen Separatistenpartei PKF Haji Sayyed Shah (Anupam Kher), das den Parteiführer Shabber Ali und dessen Fahrer das Leben kostet. Vikram kommt einer geplanten 'Operation 89' in Jammu auf die Spur, die schlimmere Ausmaße annehmen könnte als die blutigen Aufstände in Kashmir von 1989. Durch seine Begegnungen mit Haji Sayyed Shah, mit der Freiheitskämpferin Aziza (Bipasha Basu), die die radikalen Ansichten ihres Adoptivvaters Haji teilt, mit Aatif Hussain (Kunal Kapoor), der sich von der PKF losgesagt hat und nun mit einer eigenen Partei bei den Wahlen antreten und für Frieden und Freiheit kämpfen will, und vielen anderen verdichten sich für Vikram allmählich die Hinweise auf Quelle und Auslöser des Extremismus...
"God made heaven. Man created hell. This is the story of Kashmir."
Lamhaa ist definitiv ein Film, den man zweimal sehen muss. Nicht unbedingt wegen der Darsteller, auch wenn allen voran Sanjay Dutt und Anupam Kher intensive Darbietungen abliefern und auch der Rest des Casts, von Bipasha Basu über Kunal Kapoor (wenn man seine weniger überzeugenden Szenen als politischer Redner ausklammert) bis hin zu den großartigen Nebendarstellern rund um Jyoti Dogra (Badi Bi), Shernaz Patel (Parveena) und Mahesh Manjrekar (Peer), wenig zu wünschen übrig lässt. Auch nicht unbedingt wegen der Landschaftsaufnahmen, auch wenn sie teilweise atemberaubend schön sind – und es einen dann umso heftiger trifft, wenn selbst die schönsten Landschaftsbilder nie frei von Stacheldraht sind (besonders eindringlich zu beobachten während des Songs "Madhno Re").
Nein, der Grund liegt in der Überfülle an Informationen, die Parzania-Regisseur Rahul Dholakia in vielen Jahren intensiver Vor-Ort-Recherche in Kashmir angesammelt und in seinem dann auch dort (teilweise unter großen Gefahren) gedrehten Film Lamhaa (= Moment) verarbeitet hat. Beim ersten Ansehen ist man – selbst wenn man sich vorher über den Film und seinen Hintergrund informiert hat – noch zu sehr damit beschäftigt, diese Informationsflut aufzunehmen, zu verarbeiten und zu ordnen. Letzten Endes spiegelt der Film dadurch sogar genau die Verwirrung und Unruhe wider, die in Kashmir (leider) herrscht. Wenn man dann jedoch das zweite Mal rangeht mit dem nunmehr vorhandenen Vorwissen, auch über den Handlungsablauf, dann trifft einen der Film endgültig ins Mark.
Ich weiß, dass das eigentlich gegen den Film spricht – ein Film sollte imstande sein, sich bereits beim ersten Mal begreifbar zu machen. Völlig korrekt. Andererseits, auch bei vielgelobten Filmen wie Matrix kommt man bestimmt nicht schon beim ersten, sondern erst beim dritten oder vierten Mal anschauen (vielleicht) darauf, dass die Handlung das Große Arkanum der Tarotkarten nachvollzieht. Um mal nur ein Beispiel zu nennen. Insofern darf man auch Lamhaa ruhig eine zweite Chance geben.
Vielleicht hätte Dholakia zwei oder drei Filme aus seinem Material machen sollen. Und ganz bestimmt hätte er ein paar fast ärgerliche Fehler vermeiden müssen – von der viel zu kleinen Schrift bei den wichtigen Erläuterungen der historischen Hintergründe im Vorspann, die es einem fast unmöglich macht, sich dieses Wissen anzueignen, bis hin zu dem unnötigen Zeitlupen-Intro Sanjay Dutts, das sich wohl anbietet, wenn Sanjay coole Heroes, Bhais oder Gangster spielt, bei einem Geheimdienst-Agenten in einer Realitätsstory jedoch absolut unpassend ist, zumal der Film dadurch bereits in den ersten Minuten seinen Seriositätsanspruch zu verspielen droht. (Das gleiche Spiel wiederholt sich später beim Motorrad-Intro von Kunal, das ebenfalls eine Coolness indiziert, die danach nicht weitergeführt wird.)
Dennoch sollte man sich Lamhaa ansehen. Oder eben, wie gesagt, zweimal. Oder noch öfter (ich bin inzwischen bei diesem Stadium angelangt). Damit man das ganze Ausmaß der Hoffnungslosigkeit, der Verzweiflung, der Angst, des Zorns, des Identitätsverlusts in Kashmir zumindest ansatzweise erahnen kann – samt dem Radikalismus und der unfassbaren Machenschaften, die dahinterstecken und die Situation in Jammu und Kashmir ebenso unüberschaubar und unlösbar machen wie den Film. Man hat Dholakia vorgeworfen, keine Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Aber wie könnte er? Wenn es welche gäbe, würde man dann nicht längst versuchen, sie anzuwenden? Wenn das Ende von Lamhaa ein offenes ist, das einen mit einer gewissen Ratlosigkeit und Verwirrung zurücklässt, dann ist es das einzige Ende, das dem Film und seinem Thema gerecht wird.
Denn eines zeigt Lamhaa in aller Gnadenlosigkeit: Alle profitieren von den Zuständen in Kashmir – Regierung, Militär, Politiker, Polizei, Geheimdienste... bis hin zu dem Schneider, der seine Uniformen den Militanten ebenso verkauft wie den unterbezahlten Soldaten. Aatif Hussain, der den Waffen abschwört ("sie sind gegen den Islam"), bringt es am deutlichsten auf den Punkt, wenn er Haji ins Gesicht sagt: "Ihr alle verkauft Freiheitsträume. Ihr habt aus Kashmir eine Firma gemacht." Peer setzt sogar noch einen drauf: "Kashmir ist eine riesengroße Firma, mit der sie täglich Millionen von Rupien verdienen." Selbst der diensthabende Grenzsoldat streicht seinen Profit ein, wenn er gegen hohe Bestechung für drei Stunden die Grenze öffnet, damit 30 Pakistani eingeschleust werden können – plus fünf weitere, damit die Grenztruppen ihr Quantum erschießen können. Die Regierung profitiert vom Terror – je größer die Angst vor dem Terror, desto größer ist das Budget. Deshalb darf es keine Freiheit geben, ja nicht einmal den Gedanken daran. Und so leben die Menschen weiterhin in ihrem "schönen Gefängnis" Kashmir, wo sie tagtäglich Kontrollen passieren, sich ausweisen und jederzeit damit rechnen müssen, von einer Kugel getroffen zu werden (egal ob von Terroristen oder vom Militär). In Dardpura, dem Dorf der Halbwitwen in Nordkashmir, werden weiterhin über 10.000 Frauen nach ihren spurlos (in indischen Gefängnissen?) verschwundenen Ehemännern und Söhnen suchen. In Lashkar, dem Kindertrainingslager im von Pakistan okkupierten Teil Kashmirs, werden weiterhin Kinder zu willenlosen Selbstmordattentätern abgerichtet werden. Und kein verantwortlicher Politiker wird jemals verhaftet werden. Schließlich genießt man diplomatische Immunität. Während das Volk seine Identität verliert ("Why am I a stranger in my own world?").
Ich möchte zum Abschluss dieser Betrachtung eine indische Freundin zitieren, deren Ansichten über Lamhaa ziemlich genau den meinen entsprechen: "Der Film erzählt keine groß angelegte, umfassende Geschichte, weil Kashmir diesen Zustand erreicht hat: Die Politik, die Terroristen, die einfachen Menschen, die Armee, die Regierungen etc. sind so eng miteinander verwoben, wie ein Knoten, der nicht gelöst, sondern nur noch zerhauen werden kann. Das Ende war für mich sehr befriedigend, weil es genau das ist, was man fühlt nach dem Tod des kleinen Kindes im Krieg der wahnsinnigen Erwachsenen – ein tiefes Nichts – was kann man tun? Es gibt kein glückliches Ende, nicht einmal ein zufriedenstellendes. Wer die Chance hat, den Film ein zweites Mal zu sehen, sollte es unbedingt tun – er wird es zu schätzen wissen." (Moha Dholakia Mehta)
Produktion: Bunty Walia, Juspreet Singh Walia; Regie: Rahul Dholakia
111 Min.; DVD: Big Home Video, englische UT (inkl. Songs)
Offizielle Website
Offizielle Facebook-Gruppe
Rahul Dholakias Blog-Einträge zu Lamhaa:
"Welcome to Kashmir. The most dangerous place in the world."
Hum Kya Chathe? "Azaadi"
Kashmir - The beautiful prison
Kashmir - AK47
"God made heaven. Man created hell. This is the story of Kashmir."
Lamhaa ist definitiv ein Film, den man zweimal sehen muss. Nicht unbedingt wegen der Darsteller, auch wenn allen voran Sanjay Dutt und Anupam Kher intensive Darbietungen abliefern und auch der Rest des Casts, von Bipasha Basu über Kunal Kapoor (wenn man seine weniger überzeugenden Szenen als politischer Redner ausklammert) bis hin zu den großartigen Nebendarstellern rund um Jyoti Dogra (Badi Bi), Shernaz Patel (Parveena) und Mahesh Manjrekar (Peer), wenig zu wünschen übrig lässt. Auch nicht unbedingt wegen der Landschaftsaufnahmen, auch wenn sie teilweise atemberaubend schön sind – und es einen dann umso heftiger trifft, wenn selbst die schönsten Landschaftsbilder nie frei von Stacheldraht sind (besonders eindringlich zu beobachten während des Songs "Madhno Re").
Nein, der Grund liegt in der Überfülle an Informationen, die Parzania-Regisseur Rahul Dholakia in vielen Jahren intensiver Vor-Ort-Recherche in Kashmir angesammelt und in seinem dann auch dort (teilweise unter großen Gefahren) gedrehten Film Lamhaa (= Moment) verarbeitet hat. Beim ersten Ansehen ist man – selbst wenn man sich vorher über den Film und seinen Hintergrund informiert hat – noch zu sehr damit beschäftigt, diese Informationsflut aufzunehmen, zu verarbeiten und zu ordnen. Letzten Endes spiegelt der Film dadurch sogar genau die Verwirrung und Unruhe wider, die in Kashmir (leider) herrscht. Wenn man dann jedoch das zweite Mal rangeht mit dem nunmehr vorhandenen Vorwissen, auch über den Handlungsablauf, dann trifft einen der Film endgültig ins Mark.
Ich weiß, dass das eigentlich gegen den Film spricht – ein Film sollte imstande sein, sich bereits beim ersten Mal begreifbar zu machen. Völlig korrekt. Andererseits, auch bei vielgelobten Filmen wie Matrix kommt man bestimmt nicht schon beim ersten, sondern erst beim dritten oder vierten Mal anschauen (vielleicht) darauf, dass die Handlung das Große Arkanum der Tarotkarten nachvollzieht. Um mal nur ein Beispiel zu nennen. Insofern darf man auch Lamhaa ruhig eine zweite Chance geben.
Vielleicht hätte Dholakia zwei oder drei Filme aus seinem Material machen sollen. Und ganz bestimmt hätte er ein paar fast ärgerliche Fehler vermeiden müssen – von der viel zu kleinen Schrift bei den wichtigen Erläuterungen der historischen Hintergründe im Vorspann, die es einem fast unmöglich macht, sich dieses Wissen anzueignen, bis hin zu dem unnötigen Zeitlupen-Intro Sanjay Dutts, das sich wohl anbietet, wenn Sanjay coole Heroes, Bhais oder Gangster spielt, bei einem Geheimdienst-Agenten in einer Realitätsstory jedoch absolut unpassend ist, zumal der Film dadurch bereits in den ersten Minuten seinen Seriositätsanspruch zu verspielen droht. (Das gleiche Spiel wiederholt sich später beim Motorrad-Intro von Kunal, das ebenfalls eine Coolness indiziert, die danach nicht weitergeführt wird.)
Dennoch sollte man sich Lamhaa ansehen. Oder eben, wie gesagt, zweimal. Oder noch öfter (ich bin inzwischen bei diesem Stadium angelangt). Damit man das ganze Ausmaß der Hoffnungslosigkeit, der Verzweiflung, der Angst, des Zorns, des Identitätsverlusts in Kashmir zumindest ansatzweise erahnen kann – samt dem Radikalismus und der unfassbaren Machenschaften, die dahinterstecken und die Situation in Jammu und Kashmir ebenso unüberschaubar und unlösbar machen wie den Film. Man hat Dholakia vorgeworfen, keine Lösungsmöglichkeiten anzubieten. Aber wie könnte er? Wenn es welche gäbe, würde man dann nicht längst versuchen, sie anzuwenden? Wenn das Ende von Lamhaa ein offenes ist, das einen mit einer gewissen Ratlosigkeit und Verwirrung zurücklässt, dann ist es das einzige Ende, das dem Film und seinem Thema gerecht wird.
Denn eines zeigt Lamhaa in aller Gnadenlosigkeit: Alle profitieren von den Zuständen in Kashmir – Regierung, Militär, Politiker, Polizei, Geheimdienste... bis hin zu dem Schneider, der seine Uniformen den Militanten ebenso verkauft wie den unterbezahlten Soldaten. Aatif Hussain, der den Waffen abschwört ("sie sind gegen den Islam"), bringt es am deutlichsten auf den Punkt, wenn er Haji ins Gesicht sagt: "Ihr alle verkauft Freiheitsträume. Ihr habt aus Kashmir eine Firma gemacht." Peer setzt sogar noch einen drauf: "Kashmir ist eine riesengroße Firma, mit der sie täglich Millionen von Rupien verdienen." Selbst der diensthabende Grenzsoldat streicht seinen Profit ein, wenn er gegen hohe Bestechung für drei Stunden die Grenze öffnet, damit 30 Pakistani eingeschleust werden können – plus fünf weitere, damit die Grenztruppen ihr Quantum erschießen können. Die Regierung profitiert vom Terror – je größer die Angst vor dem Terror, desto größer ist das Budget. Deshalb darf es keine Freiheit geben, ja nicht einmal den Gedanken daran. Und so leben die Menschen weiterhin in ihrem "schönen Gefängnis" Kashmir, wo sie tagtäglich Kontrollen passieren, sich ausweisen und jederzeit damit rechnen müssen, von einer Kugel getroffen zu werden (egal ob von Terroristen oder vom Militär). In Dardpura, dem Dorf der Halbwitwen in Nordkashmir, werden weiterhin über 10.000 Frauen nach ihren spurlos (in indischen Gefängnissen?) verschwundenen Ehemännern und Söhnen suchen. In Lashkar, dem Kindertrainingslager im von Pakistan okkupierten Teil Kashmirs, werden weiterhin Kinder zu willenlosen Selbstmordattentätern abgerichtet werden. Und kein verantwortlicher Politiker wird jemals verhaftet werden. Schließlich genießt man diplomatische Immunität. Während das Volk seine Identität verliert ("Why am I a stranger in my own world?").
Ich möchte zum Abschluss dieser Betrachtung eine indische Freundin zitieren, deren Ansichten über Lamhaa ziemlich genau den meinen entsprechen: "Der Film erzählt keine groß angelegte, umfassende Geschichte, weil Kashmir diesen Zustand erreicht hat: Die Politik, die Terroristen, die einfachen Menschen, die Armee, die Regierungen etc. sind so eng miteinander verwoben, wie ein Knoten, der nicht gelöst, sondern nur noch zerhauen werden kann. Das Ende war für mich sehr befriedigend, weil es genau das ist, was man fühlt nach dem Tod des kleinen Kindes im Krieg der wahnsinnigen Erwachsenen – ein tiefes Nichts – was kann man tun? Es gibt kein glückliches Ende, nicht einmal ein zufriedenstellendes. Wer die Chance hat, den Film ein zweites Mal zu sehen, sollte es unbedingt tun – er wird es zu schätzen wissen." (Moha Dholakia Mehta)
Produktion: Bunty Walia, Juspreet Singh Walia; Regie: Rahul Dholakia
111 Min.; DVD: Big Home Video, englische UT (inkl. Songs)
Offizielle Website
Offizielle Facebook-Gruppe
Rahul Dholakias Blog-Einträge zu Lamhaa:
"Welcome to Kashmir. The most dangerous place in the world."
Hum Kya Chathe? "Azaadi"
Kashmir - The beautiful prison
Kashmir - AK47
Dienstag, 23. November 2010
Sanjay and Maanayata Dutt name their twins Shahraan and Iqra
Quelle / Source in English
Sanjus Zwillinge haben ihre Namen bekommen - auch wenn es kein offizielles Statement ist, aber wenn Upala vom Mid-Day das schreibt, dann glaub ich ihr ganz einfach.
Demnach heißt der Junge Shahraan und das Mädchen Iqra.
Iqra ist arabisch und bedeutet "erziehen, bilden". Shahraan ist persisch und bedeutet "königlicher Ritter/Krieger".
Für den Jungen wollten die Eltern unbedingt einen Namen der mit S beginnt, um die Reihe Sunil-Sanjay fortzusetzen. Shahraan wird sozusagen der "Junior SD". Beim Mädchen wiederum ist es so, dass Iqra und Trishala vom Klang her gut zusammenpassen.
So schreibt es jedenfalls Upala - und sie kennt die Dutts ja ziemlich gut, besonders Maana, also hoffe ich jetzt einfach, dass die Meldung stimmt. :)
Sanjus Zwillinge haben ihre Namen bekommen - auch wenn es kein offizielles Statement ist, aber wenn Upala vom Mid-Day das schreibt, dann glaub ich ihr ganz einfach.
Demnach heißt der Junge Shahraan und das Mädchen Iqra.
Iqra ist arabisch und bedeutet "erziehen, bilden". Shahraan ist persisch und bedeutet "königlicher Ritter/Krieger".
Für den Jungen wollten die Eltern unbedingt einen Namen der mit S beginnt, um die Reihe Sunil-Sanjay fortzusetzen. Shahraan wird sozusagen der "Junior SD". Beim Mädchen wiederum ist es so, dass Iqra und Trishala vom Klang her gut zusammenpassen.
So schreibt es jedenfalls Upala - und sie kennt die Dutts ja ziemlich gut, besonders Maana, also hoffe ich jetzt einfach, dass die Meldung stimmt. :)
Mittwoch, 10. November 2010
When we fell in reel love
Bollyspice, 10. November 2010
Sanju has a Place in Ingrid's Heart

First, he was not more to me than any other actor. Agreed, an actor whose films always were a treat to watch. I loved his intensity in Mission Kashmir, his wild look in Khalnayak, the sweet expression in his innocent eyes when he said "Sorry!" in Hum Kisise Kum Nahin, his softness in Parineeta. But what actually changed my attitude towards Sanju was an interview - the Devil's Advocate with Karan Thapar on November 5, 2006. This was amidst the pronouncement of the verdicts in the TADA case and at a time when Sanju still had to fear that he might be declared guilty as a terrorist (which, thank God, did not happen). There he sat - quietly talking about how he still felt connected to his late parents, how he was still leaning on them, getting his strength from them. He remembered how during his time in jail, he told his father to lit a candle at Diwali, he'd do the same in his cell, and the two flames would connect them both. I was deeply touched. And when in the end, asked what he would do if the verdict would be against him, he calmly answered "I will face it - I have to", I knew that from this moment on Sanju had got a place in my heart which he'd never leave again - not the actor, but the human being Sanjay Dutt. - Ingrid Zellner
Sanju has a Place in Ingrid's Heart

First, he was not more to me than any other actor. Agreed, an actor whose films always were a treat to watch. I loved his intensity in Mission Kashmir, his wild look in Khalnayak, the sweet expression in his innocent eyes when he said "Sorry!" in Hum Kisise Kum Nahin, his softness in Parineeta. But what actually changed my attitude towards Sanju was an interview - the Devil's Advocate with Karan Thapar on November 5, 2006. This was amidst the pronouncement of the verdicts in the TADA case and at a time when Sanju still had to fear that he might be declared guilty as a terrorist (which, thank God, did not happen). There he sat - quietly talking about how he still felt connected to his late parents, how he was still leaning on them, getting his strength from them. He remembered how during his time in jail, he told his father to lit a candle at Diwali, he'd do the same in his cell, and the two flames would connect them both. I was deeply touched. And when in the end, asked what he would do if the verdict would be against him, he calmly answered "I will face it - I have to", I knew that from this moment on Sanju had got a place in my heart which he'd never leave again - not the actor, but the human being Sanjay Dutt. - Ingrid Zellner
Donnerstag, 21. Oktober 2010
Double Dutt: Sanju and Maanayata are proud parents of twins
BollySpice, 21. Oktober 2010
Bollywood's beloved Munnabhai has become a father again. Sanjay Dutt's wife Maanayata delivered a baby girl and a baby boy on Thursday, October 21 at Breach Candy Hospital in Bombay.
Seems it was Sanju's close friend and producer Bunty Walia who first announced the good news on Facebook: At about 1:30 pm IST he wrote "arrival of the dutt siblings..." and just a few minutes later, "a girl and boy...... junior Dutts have arrived....". Since then, the congratulations and blessings for the proud parents on the social network sides have not stopped. Maana's close friend Ameesha Patel tweeted shortly thereafter from the hospital "Babies n mom both safe". Sanju's colleagues like Farah Khan, Shilpa Shetty, Sophie Choudry and Rahul Dholakia expressed their joy and best wishes for the Dutt family as well as Sanju's fans, supporters and well-wishers from all over the world.
Sanju has a grown-up daughter, Trishala, from his first marriage with the late Richa Sharma. Fate did not allow him to see his daughter grow up as her mother fell ill with a brain tumor shortly after Trishala's birth. Richa was brought for treatment to the USA, where Trishala since then stayed with her maternal family, NRIs from New York. Through all these years, Sanju kept contact with his daughter by letters, mail, chats and phone calls but due to his legal troubles it was not possible for him to travel to the USA as often as he wished to. Despite these obstacles Sanju managed to keep a close and loving relationship with his daughter and he is very proud of her, but the loss of raising his own child remains more than a drop of bitterness in his troubled life.
So may God this time grant him and his wife double joy and double blessings with Double Dutt. All of us here at BollySpice wish them all the best! Congrats, Sanju and Maana!
By Ingrid Zellner - BollySpice.com
21 Oct 2010
Bollywood's beloved Munnabhai has become a father again. Sanjay Dutt's wife Maanayata delivered a baby girl and a baby boy on Thursday, October 21 at Breach Candy Hospital in Bombay.
Seems it was Sanju's close friend and producer Bunty Walia who first announced the good news on Facebook: At about 1:30 pm IST he wrote "arrival of the dutt siblings..." and just a few minutes later, "a girl and boy...... junior Dutts have arrived....". Since then, the congratulations and blessings for the proud parents on the social network sides have not stopped. Maana's close friend Ameesha Patel tweeted shortly thereafter from the hospital "Babies n mom both safe". Sanju's colleagues like Farah Khan, Shilpa Shetty, Sophie Choudry and Rahul Dholakia expressed their joy and best wishes for the Dutt family as well as Sanju's fans, supporters and well-wishers from all over the world.
Sanju has a grown-up daughter, Trishala, from his first marriage with the late Richa Sharma. Fate did not allow him to see his daughter grow up as her mother fell ill with a brain tumor shortly after Trishala's birth. Richa was brought for treatment to the USA, where Trishala since then stayed with her maternal family, NRIs from New York. Through all these years, Sanju kept contact with his daughter by letters, mail, chats and phone calls but due to his legal troubles it was not possible for him to travel to the USA as often as he wished to. Despite these obstacles Sanju managed to keep a close and loving relationship with his daughter and he is very proud of her, but the loss of raising his own child remains more than a drop of bitterness in his troubled life.
So may God this time grant him and his wife double joy and double blessings with Double Dutt. All of us here at BollySpice wish them all the best! Congrats, Sanju and Maana!
By Ingrid Zellner - BollySpice.com
21 Oct 2010
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