Samstag, 14. November 2009

Filme, für die Sanjay Dutt vorgesehen war, die jedoch ohne ihn realisiert wurden

Während einige Filmprojekte mit Sanjay Dutt nie realisiert oder vollendet worden sind, wurden andere wiederum gedreht, aber ohne ihn. Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit.

23rd March 1931: Shaheed / The Legend of Bhagat Singh: 2002 kamen gleich zwei Filme in die Kinos, die das Leben von Bhagat Singh zum Thema hatten - und in beiden war Sanjay eine Gastrolle angeboten worden. Da er jedoch mit den Machern beider Filme gut befreundet war - Dharmendra und Sunny Deol auf der einen Seite, Ajay Devgan auf der anderen Seite -, wählte er die diplomatischste Lösung: Er sagte beiden ab.

Acid Factory: Diese Produktion von White Feather Films (2009) war ursprünglich mit Sanjay Dutt geplant; nach seinem Ausstieg aus der Produktionsfirma wurde seine Rolle für Irrfan Khan umgeschrieben.

Bluffmaster: Sanju sollte den Roy spielen und Abhishek Bachchan den Dittu. Doch als Karan Johar die Dreharbeiten zu KANK in New York (mit Abhishek) von Mai 2005 auf September 2005 verschob, hatte Rohan Sippy nur mehr die Möglichkeit, den Dreh für Bluffmaster entweder um beinahe ein Jahr nach hinten zu schieben oder sofort (also im Mai) mit dem Drehen zu beginnen. Abhishek war sozusagen gesetzt (ursprünglich sollte die Handlung aus Dittus Sicht erzählt werden, Abhi war also in jedem Fall für die Hauptrolle vorgesehen), und er hatte Termine im Mai frei. Sanju und Aishwarya Rai (die die Rolle von Priyanka Chopra ursprünglich spielen sollte) jedoch nicht. Daher mussten sie auf ihre Mitwirkung verzichten. Sippy würdigte beide mit einer Dankeszeile im Vorspann ("with very special thanks to Sanjay Dutt").

Dhaai Akshar Prem Ke: Raj Kanwar plante diesen Film 1997 mit Sanjay; die Zusammenarbeit scheiterte jedoch vermutlich an Terminproblemen. Später drehte Kanwar den Film mit Abhishek Bachchan und brachte ihn 2000 heraus.

Dil Mein Baji Guitar: Subhash Ghais Mukta Arts Ltd kündigte im April 2008 diese Komödie mit Govinda und Sanjay Dutt unter der Regie von Hadi Ali Abrar an. Danach hat man von Sanjays Seite aus nie wieder von dem Projekt gehört. Im Januar 2009 erschien schließlich ein Bericht, demzufolge nun Shreyas Talpade und Ranvir Shorey als Govindas Partner im Gespräch sind.

Dishkiyaaoon: Ende 2011 gab es Presseberichte, dass Shilpa Shetty Sanjay für eine ausgedehnte Gastrolle in ihrer ersten Home Production mit Harman Baweja haben wollte. Es handelt sich um eine Action-Rolle in einem "action-packed gangster movie"; geschrieben von Newcomer und Regsisseur Sanamjit Singh Talwar. Dishkiyaaoon soll mit sehr realen und aktuellen Figuren die Unterwelt Mumbais in einem neuen Licht zeigen. Der mit schwarzem Humor gewürzte Action-Thriller soll von dem deutschen Kameramann Axel Fischer an realen Schauplätzen in Mumbai gedreht werden; die Musik steuert Ram Sampat bei. Im März 2013 jedoch wurde bekannt, dass Sanjay die Rolle aus Termingründen wieder abgab.

Faltu: Vashu Bhagnani hatte Sanjay für den zweiten Film seines Sohnes Jackky Bhagnani gecastet, einen College-Film über Lücken im Bildungssystem (Vashu Bhagnani: "Unser heutiges Bildungssystem schafft es nicht, unsere Jugendlichen auf brauchbare Karrieren vorzubereiten. Es herrscht viel zu viel Stress in den Bildungsstätten, und das Potential der Kinder wird viel zu wenig erfasst.") Aus alter Freundschaft zu den Bhagnanis hatte Sanjay sich kurzfristig bereiterklärt, Jackky bei seinem Re-Launch zu unterstützen und die Rolle des Schulleiters zu übernehmen, der den Studenten mit Rat und Tat zur Seite steht; aufgrund von Terminüberschneidungen musste er jedoch später für das Projekt absagen.

Freedom: In Vivek Agnihotris politischem Thriller, dessen Handlung sich über drei Jahrzehnte indischer Geschichte erstrecken soll, von der Emergency 1975-77 über die Anti-Sikh-Aufstände 1984 zum Bofors-Betrug und weitere Skandale der vergangenen drei Dekaden, sollte Sanjay eine wesentliche Rolle spielen, die sich durch den gesamten Film zieht. Mittlerweile (2012) plant Agnihotri jedoch offensichtlich ohne ihn.

Gangster: Mahesh Bhatt hatte Sanju die Hauptrolle in diesem Film angeboten; aufgrund von Terminproblemen konnte Sanjay sie jedoch nicht annehmen.

Generation Next (Gen X): Ein "Gangsterfilm ohne Gewalt" als Launch-Vehikel für zwei Newcomer, nämlich die Gewinner von Produzentin Ekta Kapoors Reality-TV-Show "Kissko Milega Ticket To Bollywood". Sie sollten zusammen mit Sanjay Dutt, Tusshar Kapoor und Zayed Khan spielen; Apoorva Lakhia ist als Regisseur vorgesehen. Sanjay stieg jedoch im September 2008, knapp ein Jahr vor dem geplanten Drehbeginn, aus dem Projekt aus.

Ghanchakkar: Sanjay sollte ein Cameo as himself in Rajkumar Guptas Film Ghanchakkar mit Vidya Balan und Emraan Hashmi absolvieren, das nach dem SC-Urteil im März 2013 ersatzlos gestrichen wurde, weil Sanjay keine Zeit mehr für die Dreharbeiten blieb.

Hello Brother: Angeblich war Sanjay auch für den Film Hello Brother der Khan-Brüder vorgesehen und sagte ab, weil er schlichtweg keine freien Termine dafür hatte. Sohail Khan stellt die Story in der Zee Premiere 7/1999 allerdings so dar, dass die Rolle von Anfang an für seinen Bruder Arbaaz vergesehen war. Als Gerüchte laut wurden, Sanjay würde in dem Film mitwirken, habe der ihn sogar angerufen, um ihn zu fragen, ob da was dran wäre, und Sohail habe ihm ganz verlegen (schließlich sind die beiden befreundet) erklären müssen, dass dem nicht so wäre...

Hera Pheri: Ursprünglich Raftaar betitelt, begann die Geschichte dieses Filmes mit Varmas Nayak-Projekt, das 1996 (basierend auf dem Film Speed) umgeschrieben wurde (Ehrengast beim Mahurat der Feroz-Nadiadwala-Produktion war Steven Seagal). Naseeruddin Shah verlor dadurch seine Rolle, dafür kam Akshay Kumar mit an Bord - und mit Priyadarshan ein neuer Regisseur. Bald darauf (1998) stieg Sanjay ganz aus dem Projekt aus, weil er immer noch jeden Tag bei Gericht verbringen musste und die erforderlichen Drehtermine nicht zur Verfügung stellen konnte. Auf Wunsch von Priyan übernahm Suniel Shetty seine Rolle, wogegen seine Partnerin Karisma Kapoor (die wohl Urmila abgelöst hatte und mit Suniel auf Kriegsfuß stand) bei Produzent Feroz Nadiadwala protestierte - mit dem Ergebnis, dass sie aus dem Projekt flog und durch Tabu ersetzt wurde. 2000 kam der Film mit dem neuen Titel Hera Pheri in die Kinos.

Hero: Subhash Ghai hatte Sanjay für die Hauptrolle vorgesehen, doch nach seinen negativen Erfahrungen mit dem damals drogensüchtigen Sanjay bei den Dreharbeiten zu Vidhaata verzichtete er darauf und gab die Rolle dem Newcomer Jackie Shroff. Seinen Entschluss, nie wieder mit Sanjay arbeiten zu wollen, revidierte er jedoch später, nachdem Sanjay seine Drogensucht bekämpft und ein erfolgreiches Comeback geschafft hatte, und engagierte ihn schließlich als seinen Khalnayak.

Heroes: In einer frühen Ankündigung von Samir Karniks Heroes war noch von einem Auftritt Sanjays die Rede, der jedoch letztlich nie stattfand.

Informer: In Kunal Deshmukhs Film für Vishesh Films/Mahesh Bhatt sollte Sanjay an der Seite von Emraan Hashmi spielen, musste jedoch aus Termingründen absagen. Danach war kurzzeitig Vivek Oberoi für Sanjays Rolle avisiert, ehe sie dann an Randeep Honda ging.

Jailbreak: Ursprünglich erst als Charles and I und dann als Serpent Files für Sanjay Dutt geplant. Laut einem Bericht des Mumbai Mirror vom 25. April 2008 sollte Sanjay die Hauptrolle in People Pictures' Thriller Serpent Files (ursprünglich: Charles and I) spielen, der auf dem Leben des notorischen Kriminellen Charles Sobhraj ("Bikini Thief" bzw. "Serpent Killer") basieren sollte. Regie und Drehbuch: Prawaal Raman (Darna Mana Hai). Es sollte darin die Geschichte eines rätselhaften Kriminellen erzählt werden, der von der Polizei durch ein halbes Dutzend Länder gejagt wird. Prawaar Raman: "Charles ist ein komplexer Charakter - ein charmanter Mann mit einem gefährlichen Geist und gefährlichen Absichten. Den richtigen Schauspieler zu finden, der alle diese Eigenschaften zugleich darstellen kann, war schwierig. Wir suchten für Charles nach einem Schauspieler, der Star-Power ausstrahlt und dazu über beste schauspielerische Fähigkeiten verfügt. Der einzige, der meiner Ansicht nach diese Vorgaben erfüllt, ist Sanjay Dutt." Aditya Shastri, CEO der Produktionsfirma People Pictures (die sich mittlerweile aus dem Projekt zurückgezogen hat): "Sanjay Dutt ist ein phantastischer Mensch und ein hochbegabter Schauspieler, der über die Vielseitigkeit verfügt, verschiedene Rollen mit unschlagbarem Flair zu spielen." Als Berater für den Film wurde mit Herman Knippenberg jener holländische Diplomat hinzugezogen, der Sobhrajs Fall untersucht hat. Sobhraj, der derzeit eine Haftstrafe in Nepal verbüßt, hat zwar Klage gegen dieses Projekt eingereicht; dennoch plante Raman weiter und wollte u.a. Lisa Ray und Bipasha Basu für den Film casten. Dann aber verschwand das Projekt in einer Schublade und wurde erst 2012 wieder hervorgeholt: Nun soll es unter dem Titel Jailbreak veriwrklicht werden - ohne Sanjay.

Kandukondain Kandukondain: Angeblich sollte dieser Film ursprünglich Aandavan heißen und von Mani Ratnam inszeniert werden - mit Sanjay, Aishwarya Rai und Tabu (1997). Später wurde die Story dann von Rajeev Menon als Kandukondain Kandukondain verfilmt, mit Mammootty in Sanjays Rolle.

Khuda Gawah: In diesem Film sollte Sanjay neben Amitabh Bachchan und Sridevi die Rolle eines Inspektors spielen, einige Szenen waren sogar bereits gedreht (siehe hier), als "Sanju walked out", ohne dass ich einen blassen Schimmer hätte, weswegen. Seine Rolle übernahm dann der südindische Schauspieler Nagarjuna. Sehr groß scheint die Rolle indessen nicht gewesen zu sein; laut der Movie 6/1992 hatte Nagarjuna nicht mehr als "einen Song, einen halben Tanz und eine Umarmung mit Sridevi".

Kurbaan: Karan Johar hatte diesen Film (2009) zu Beginn des Jahrzehnts mit dem Titel Kaal für Shahrukh Khan, Tabu und Sanjay Dutt geplant, doch das Projekt kam damals nicht zustande und wurde erst Jahre später verwirklicht, diesmal mit Kareena Kapoor, Saif Ali Khan und Vivek Oberoi.

Mission Istaanbul: Sanjay war für die Rolle angedacht, die schließlich von Nikitin Dheer gespielt wurde, da Sanjay sie aus Termingründen nicht annehmen konnte.

Mohabbat Ka Paigham: Dies ist jetzt eine reine Spekulation von mir. In vielen Sanjay-Dutt-Filmlisten wird dieser Film aus dem Jahr 1989 noch geführt. Aber es ist nirgends etwas über Sanjays Mitwirkung in ihm zu finden, und auf dem Cover des Soundtracks ist er auch nicht abgebildet. Daher denke ich, dass Sanjay für den Film vorgesehen war (vermutlich in der Rolle, die dann Aditya Pancholi spielte), ihn jedoch nicht gemacht hat.

Moksha: Ashok Mehta wollte seinen Debütfilm Anfang der 90er mit Sanjay drehen, doch Sanjay hatte keine Termine frei. Als er dann in seinen legalen Schwierigkeiten steckte, empfahl er Mehta, sich einen anderen Hauptdarsteller zu suchen. So kam 1997 das Model Arjun Rampal zu seinem ersten Filmvertrag; Moksha selbst kam 2001 heraus.

Once Upon A Time In Mumbai: Dieser Film von Milan Luthria soll der ultimative Blick auf die Mumbaier Unterwelt in den 1980er Jahren werden, und Sanjay, "der in mehr Unterwelt-Filmen mitgespielt als Ram Gopal Varma inszeniert hat", sollte darin eine Gangster-Hauptrolle spielen. Doch nach dem Ende des Fünf-Filme-Deals zwischen Sanjay und Ekta ist Sanjays Name aus den Berichten über den Film verschwunden, der nun mit Ajay Devgan und Emran Hashmi in den Hauptrollen gedreht wird.

Prem Granth: Sanjay war für die Rolle des Soman vorgesehen, doch es kam von Anfang an zu Terminschwierigkeiten (u.a. aufgrund seiner Probleme mit der FMC): seine freien Drehtermine ließen sich nicht mit denen von Madhuri kombinieren, so dass sich abwechselnd er und sie aus dem Projekt zurückzogen. Um Rajiv Kapoors Projekt nicht noch länger hinauszuzögern, einigten sich die Kapoors schließlich mit Sanjay, das Projekt ohne ihn zu verwirklichen; Rajivs Bruder Rishi übernahm die Rolle.

Pyaar Kiya To Darna Kya: Laut Auskunft von Salman Khan (Filmfare 6/1998) boten Sohail und Salman die Rolle des Vishal zunächst Sanjay an, doch er stand dieser Rolle etwas zögerlich gegenüber und lehnte sie schließlich ab, woraufhin der dritte Khan-Bruder Arbaaz sie übernahm.

Race 2: Sanjay wurde eine Rolle in dem Film angeboten, konnte aber wegen seines übervollen Terminkalenders nicht annehmen.

Rajneeti: Prakash Jha plante diesen Film 2004 für fünf Hauptdarsteller und eine Hauptdarstellerin und war sich angeblich mit Sanjay Dutt, Arjun Rampal und Ajay Devgan bereits einig. Doch über das Planungsstadium ging das Projekt damals offensichtlich nicht hinaus. 2008 wurde das Projekt wieder aktuell, nunmehr allerdings ohne Sanjay.

Trimurti: Sanjay sollte den Anand spielen, die Dreharbeiten hatten sogar bereits begonnen (wie gerne würde ich diese Szenen sehen!); doch dann wurde er am 4. Juli 1994 erneut und auf unbestimmte Zeit wegen TADA-Verdachts inhaftiert. Seine dadurch vakant werdende Rolle war scheinbar heiß begehrt; Aditya Pancholi terrorisierte Anil Kapoor, als der die Rolle bekam, angeblich sogar mit Drohtelefonaten. (Angeblich hat Sanjay Subhash und Anil gegenüber aus der Haft heraus schriftlich sein Einverständnis signalisiert, dass das Filmprojekt ohne ihn fortgesetzt würde; Gerüchte besagen jedoch, dass dies nur die beschönigte Version der Dinge für die Öffentlichkeit sei. Unter anderem sagte Shatrughan Sinha in einem Filmfare-Interview 12/1997, Sanjay und Sunil Dutt hätten ihm eine ganz andere Wahrheit erzählt.)

Veer: Als Salman Khan Ende der 80er/Anfang der 90er an diesem Drehbuch schrieb, wollte er es mit Sanjay Dutt in der Hauptrolle verfilmen (weitere Rollen waren für Amitabh Bachchan und Kumar Gaurav gedacht). Leider fand sich damals für einen so teuren Historienfilm kein Produzent. Erst viele Jahre später konnte Salman sein Projekt verwirklichen - und spielte die für Sanjay gedachte Rolle nun selber (2010).

Yaan: Sanjay war im Gespräch für Ravi K Chandrans Tamil-Film Yaan mit Jiiva, musste jedoch aus Termingründen absagen.

Yudh: Rajiv Rai plante diesen Film Anfang der 80er Jahre mit dem damaligen Liebespaar Sanjay Dutt und Tina Munim. Doch als diese Beziehung nach Tinas Affäre mit Rajesh Khanna in die Brüche ging, wollte Sanjay nicht mehr mit Tina drehen und stieg im Einvernehmen mit Rajiv aus dem Projekt aus.

Zordaar: 1988 stieg Sanjay nach Beginn der Dreharbeiten wegen Terminproblemen aus Ajay Kashyaps Film mit Govinda, Mandakini und Neelam aus (und wurde danach vom Music Director Anu Malik wütend attackiert, die Crew einfach hängengelassen zu haben). Es dauerte bis 1996, bis der Film schließlich in die Kinos kam (mit Aditya Pancholi in Sanjays Rolle).

Samstag, 7. November 2009

Mumbai 2009 - Meeting Sanjay Dutt

Mumbai
November 1-4, 2009



How did it come about?

It started with Facebook. I had been friends there with Sanjay Dutt's wife Maanayata for quite a while now, and it was a very nice contact even though there was – at least from my part – no prospect for a possible personal meeting ever, not least because I'm living in Germany which is not really just around the corner.

But everything changed on that saturday, October 24, when we talked about the OST of All The Best and I mentioned that it would take quite a long time till I would get a chance to see this film; as it was not shown in German cinemas, I had to wait for the DVD release. Whereupon Maana told me to just come down to Mumbai, she'd make a trial for me. As I first didn't dare to believe my eyes, I sent her a PM asking whether she's serious about that, and her answer was: "Yes, come down."

Now the next question was about the date. It had to be before November 5 as on that day Maana and Sanju were to leave for South Africa. Finally November 2 was fixed, and as Maana had told me that Sanju surely would love to meet more of his German fans, I informed the other Sanju's fans in our German forum. It was perfectly clear that it would be difficult to manage and afford a short trip to Mumbai within such a few days, but at least Jassi also could make it, and as Susi already was in Mumbai anyway it would be three of us representing Sanju's German fans in Mumbai (our visit was even announced in the TOI beforehand).

A few days before our departure Maana told me that Sanju would have to go to Delhi on November 2 and thus would not be able to join the trial. So she suggested a meeting immediately after our arrival on sunday which, however, was scheduled for 10:30 p.m. Worse, when it came to our departure the flight was also delayed. So when we finally arrived, Susi who picked us up at the airport told us that Maana had cancelled the meeting on that same evening – but we were to come to Sanju's residence "Imperial Heights" in Bandra on 2:00 p.m. next day instead.

Incredible. So they actually had changed their plans and schedules so we would not lose our chance to meet Sanju. And so we were waiting with bated breath for monday afternoon...


Meeting Sanju

In good time before 2:00 p.m. we arrived with a riksha at "Imperial Heights". After telling the guards my name and about the invitation by Mrs Dutt we were let in at once and guided past the big portrait of Dutt saab to the lobby where, only shortly thereafter, Sanju and Maana joined us.

And I can tell you that no photograph on earth does justice to Sanju. His charisma in real life is something no camera can really catch. And it's absolutely true: Sanju is man and child at the same time: a tall, lean and handsome hunk with (at first) a certain shyness in his eyes which, however, soon enough made way for a warmness which is indescribable.

They bade us warmly welcome, and finally I could fulfill my long-cherished wish of showing Sanju my respect for him by touching his feet. Then we all sat down. Imagine: sitting together with Sanju and Maana in their house, without any bodyguards or media around him, totally in private. Would anyone have ever have dared to expect something like that? Me certainly not.

We talked for quite a while. I thanked Maana for having made this moment possible for us, and I gave Sanju the warmest regards and the love of all his German fans who had not been able to come with us but who were thinking of us right now. I told him that we are loving him not only because of his films and acting skills but above all for the great and golden-hearted human being he is; that we admire and respect him for the way he copes with all the hardships in his life, and that we are praying for his freedom. I also mentioned that many cineasts in Germany love to watch the old Hindi classics and that they of course do appreciate Sanju's unforgotten parents Nargisji and Dutt saab.

We also had gifts for Sanju and Maana with us. Jassi had made a pic with greetings from Sanju's fans which we had put into a picture frame. I presented him a very special double DVD "A Tribute to Sanjay Dutt" which my friend Anksuni and I had made for his 50th birthday earlier this year; this tribute contains scenes from each and everyone of Sanju's films in chronological order so that you can watch Sanju's whole film career within a few hours. We had shown this tribute at our fan meeting we had held in Germany in August celebrating Sanju's 50th birthday, and I told Sanju about that while dedicating the DVD to him. And Maana of course got a personal gift from us, too.

Then we asked Sanju's permission to take some pictures, and he willingly posed first alone, then with us and finally, at our request, together with Maana for us. As these pix were taken in their private aera, we promised our hosts to keep them for us and not publish them without their permission. The only photo I asked Maana for is the one which is now on the homepage of my Sanjay Dutt fan-site and I'm very happy to have "my very own Sanju" there now.

He also signed some pictures we had taken with us. And then he actually hugged us and gave us a heartfelt jadoo ki jhappi. This was a magical moment I definitely will never forget.

Jassi had taken more Sanju's pix with her, hoping to get autographs for the other fans back home, and Maana took them promising to return them autographed later in the evening when we would meet again for the trial. It was to begin at 9:00 p.m., and Sanju introduced to us his employee Suresh (who had waited outside the room) who would pick us up at our hotel at 8:30 p.m.

Meanwhile Indian coffee and water had been served. Unfortunately Sanju couldn't stay any longer as he had to rush to Delhi. So we all bade good bye, Sanju and Maana left, and we were alone with our coffee cups, autographs and impressions.

No one urged us to leave the house. We probably could have spent hours afterwards there without having been thrown out. For we were lingering quite a while, and we actually needed this time – not just to finish our coffee but also to dwell a little on our thoughts and impressions. And I admit it: When I recapitulated what I just had experienced, I got tears in my eyes... I was, simply put, just happy.


All The Best – The Trial

At 8:30 p.m. sharp Suresh and the driver arrived at our hotel and took us in Sanju's car to the Picxion where the trial was to take place. As Maana told me, the Picxion is no commercial cinema; it belongs to a friend of the Dutts and is used just for private previews and trials. We were led to a cinema hall with just about twenty seats... Did I say seats? Loungers is the word, comfortable as hell. We got water bottles, and then the performance began – All The Best rocked!

There were no subtitles, but frankly said we didn't care about that; we had read about the story before, we understood quite a lot, and there was a lot of slapstick you don't need any words for anyway. The movie is indeed a laugh riot, and we absolutely enjoyed ourselves. Especially Sanju and Ajay are exceptionally gifted comedians, and no doubt about that they had the greatest fun themselves doing this film.

At the intermission we were asked into the foyer where beverages and lovely Indian finger food had been served. The food was delicious, and we enjoyed the chance to converse with Maana once more. When we returned to our seats, Maana gave me a beautiful gift bag with a golden SD monogram which, according to her, contained the pix signed by Sanju. But looking into the bag I soon discovered that, besides the autographs, Maana had also put in three lovely colourful dupattas with golden pattern... Jaw-dropping!

As soon as the movie continued, the photographer who had started taking pix during the intermission zeroed in on us again. We concluded for us that he either was a press photographer or that he just was to make some documentations for the Dutts personally. Even at the end of the film he was waiting outside, taking some last pix of us leaving the cinema... And then Suresh took us back to our hotel as promised to us by Sanju.

It was the end of an unforgettable day. And all three of us perfectly agreed that Maana and Sanju are just incredible. Their warm-heartedness and hospitality was far beyond anything we ever could have imagined, and in my humble opinion there is no way to thank them enough for what they have given to us on that 2nd November which is truely a day to remember.


The Interview

For the next day we had booked a Tourist Car which arrived punctually at 10:00 a.m. at our hotel. So we went on a long sightseeing tour and drove through several quarters of this incredible city full of contrasts. At special places we also stopped to get out and linger a while, e.g. at the house where Mahatma Gandhi had lived (and which was very impressing), at the Gateway of India and at the Hanging Gardens. I admit I hadn't expected that Mumbai would fascinate me that much.

Late in the afternoon we asked our driver to take us to Juhu Beach where we, a bit apart from the greatest hurly-burly, sat down in the sand and just relaxed and enjoyed looking out to the sea. About half past four suddenly the mobile phone rang – it was Maana who informed me that in about five minutes a press reporter would call me and ask me some questions about our visit to Mumbai. At this stage, nothing could really surprise me anymore; I mean, I had been in Imperial Heights, I had met Sanjay Dutt in person, I had been to a trial arranged by Maanayata Dutt, so why not a phone interview too? I just made sure with Maana that I had her permission to talk even about the meeting in Sanju's residence, and I got to know that this was perfectly okay.

So there we were – sitting in the sand of Juhu Beach and waiting for a press call.

We didn't have to wait long until Upala from the Mid-Day called and asked me a series of questions: How had our trip to Mumbai come about? What had happened during our stay? Are Hindi films common knowledge in Germany? What did we think about Sanju (what a question!!!)? Did we present Sanju and Maana any gifts? And did we like Mumbai? And I just talked and talked... and well, the result we could read later on November 5 in the Mid-Day.

And then our two-days' trip to Mumbai was over... but boy, what a trip it had been!

In all these years I've now been studying the life and career of Sanjay Dutt I had read about this man's great and golden heart again and again – in these days I have been blessed to witness it myself. What Sanju and Maana have gifted to us was more than just a simple "star meets fans". They've treated us like welcome guests, and they did everything to make us comfortable and to give us unforgettable memories.

And I do know now more than ever before why it was just Sanjay Dutt and no one else who made me do something I'd never have thought of until four years ago – supporting him by making a fan-site and telling the world about him. And I will continue to do so – not just for the actor but above all for the impressive and loveable human being he is. I wish Sanju and Maana all happiness in the world, for these two warm-hearted people truely deserve it.

All the best, Sanju and Maana, and thank you from the bottom of our hearts. God bless you!

Mumbai 2009 - Begegnung mit Sanjay Dutt

Die Mini-Mumbai-Sause
1. bis 4. November 2009



Wie es dazu kam

Es begann mit Facebook. Ich war dort schon seit einiger Zeit mit Sanjay Dutts Frau Maanayata befreundet, aber über die üblichen Facebook-Kontaktaufnahmen war bis dahin nichts hinausgegangen. Das änderte sich jedoch rapide an jenem Samstag, dem 24. Oktober 2009, an dem ich bei einer Unterhaltung über den Soundtrack von All The Best erwähnte, dass der Film in Deutschland leider nicht gezeigt wurde und wir daher auf die DVD warten müssten, um ihn zu sehen. Woraufhin Maana antwortete: "Komm doch runter nach Mumbai, Diwali, dann mach ich eine Sondervorstellung für dich." Ich habe dann sicherheitshalber per PN nachgefragt, ob sie das ernst gemeint hat, und sie antwortete: "Ja, komm."

In den nächsten Tagen gab es ein eifriges Hin und Her zwischen Maana und mir, um einen Termin zu finden. So auf die Schnelle mal eben ein paar Tage freizuschaufeln ist schließlich gar nicht so leicht, und wir hatten nur bis zum 4. November Zeit, weil sie und Sanju danach nach Südafrika fliegen würden. Als wir dann endlich den 2. November für die Kinovorstellung festgezurrt hatten, meinte sie plötzlich, ich solle auch den anderen Sanju-Fans in meiner Umgebung Bescheid sagen; Sanju sei begeistert davon, so viele Fans in Germany zu haben, und sie habe Sanju vorgeschlagen, zu der Filmvorführung zu kommen, um ein paar seiner deutschen Fans kennenzulernen. Tatsächlich schaffte es auch noch Jassi, so kurzfristig mitzukommen, und eine weitere Freundin von uns, Susi, war ohnehin gerade in Mumbai, so dass wir die deutsche Sanju-Fan-Gemeinde zu dritt vertreten würden.

Am 28. Oktober erhielt ich eine Nachricht von Maana, dass Sanju am 2. November nach Delhi müsse und daher nicht zu der Filmvorführung kommen könne. Die einzige Alternative sei es, ein Treffen unmittelbar nach unserer Ankunft am Sonntag zu arrangieren... was ich zwar phantastisch fand, was mich aber auch skeptisch machte, denn unsere Ankunft in Mumbai war für 22:30 Uhr vorgesehen, und selbst bei pünktlicher Landung würde es doch sehr spät werden, bis wir alle Einreiseformalitäten etc. hinter uns hatten... würde Sanju wirklich so lange warten?

Der Flug am Sonntag hatte natürlich prompt auch noch Verspätung...

Susi holte uns am Flughafen ab und eröffnete uns, dass Maana sie angerufen habe: Es sei jetzt doch zu spät für das Treffen... aber Maana habe für den Montag umdisponiert: Wir sollten um 14 Uhr in Sanjus Haus "Imperial Heights" in Bandra kommen.

Unglaublich. Die beiden müssen am Sonntag Abend innerhalb kürzester Zeit ihre Terminpläne für uns über den Haufen geworfen haben, damit Sanju uns am Montag Nachmittag bei sich empfangen konnte. Und so kam es am 2. November 2009 tatsächlich zu dem Treffen...


Das Treffen bei Sanju

Rechtzeitig vor 14 Uhr fuhren wir stilgerecht mit der Rikscha vor "Imperial Heights" vor. Ich nannte dem Wachmann meinen Namen und dass wir auf Einladung von Mrs Maanayata Dutt hier seien, und wir wurden sofort eingelassen und in das Haus geführt. Unten im Flur hängt ein großes Porträt von Sunil Dutt, und an diesem vorbei wurden wir in die Lobby geführt, wo wir nebeneinander in der dreisitzigen Couch Platz nahmen.

Und nur wenige Minuten später war es dann soweit: Sanju und Maana betraten den Raum...

Ich kann nur eines sagen: Kein Foto wird diesem Mann in natura gerecht. Und es stimmt tatsächlich, was man immer liest: Sanju ist Mann - groß, schlank, majestätische Haltung - und Kind zugleich mit anfangs einer gewissen Scheu in seinem Blick, die aber schon bald einer Wärme Platz machte, die nicht zu beschreiben ist.

Sie begrüßten uns herzlich, und ich konnte mir endlich den langgehegten Wunsch erfüllen, Sanju meinen Respekt durch Berühren seiner Füße zu bekunden. Dann nahmen wir wieder auf unserer Couch Platz, während Sanju und Maana sich in die beiden Sessel setzten. Da saßen wir nun - zusammen mit Sanju in einem Raum in seinem Haus, ohne irgendwelche Bodyguards oder Pressevertreter um uns herum, so richtig schön privat. Eigentlich zu verrückt, um wahr zu sein.

Was als nächstes kam, kann man nur unter der Kategorie "Typisch Jassi" einordnen. Wir beide hatten im Vorfeld nämlich quasi gewettet, ob Sanju noch immer seinen French Beard trägt oder ob er ihn sich inzwischen wieder abrasiert hatte; immerhin fand das Treffen genau zwischen den Dreharbeiten zu Knockout (mit Bart) und No Problem (ohne Bart) statt. Und was passiert, kaum dass wir alle wieder Platz genommen hatten? Jassi grinst mir zu und verkündet lauthals, sie habe ihre Wette verloren - woraufhin wir beide erstmal laut auflachten, und dann erklärte ich Sanju, was es mit dieser Wette auf sich hatte. Da musste auch er grinsen, und das erste Eis war gebrochen...

Dann unterhielten wir uns eine Weile. Ich dankte Maana dafür, dass sie diesen Augenblick für uns möglich gemacht hatte, und ich übermittelte Sanju die Grüße von seinen Fans in Deutschland und Umgebung, die jetzt alle in Gedanken bei uns waren; ich erklärte ihm, dass wir ihn nicht nur als vielseitigen Schauspieler lieben, sondern vor allem auch als Mensch; dass wir ihn dafür respektieren und bewundern, wie er sein Leben mit all seinen Schicksalsschlägen meistert, und dass wir für seine Freiheit beten. Auch dass es hierzulande auch Hindi-Film-Fans gibt, die gerne die alten Klassiker anschauen und seine Eltern Nargisji und Dutt saab sehr schätzen, erzählte ich ihm. Er hörte mir aufmerksam zu und lächelte immer wieder dankend, vor allem als ich das mit seiner Freiheit und seine Eltern erwähnte.

Danach überreichten wir Sanju und Maana unsere mitgebrachten Geschenke. Jassi übergab ihm das Bild mit dem Gruß von seinen Fans, das sie gestaltet und in A3 ausgedruckt und gerahmt hatte, und ich präsentierte ihm die DVD "A Tribute to Sanjay Dutt", die Anksuni und ich zu seinem 50. Geburtstag gemacht haben und die wir im August bei unserem Sanju-Fan-Treffen gezeigt hatten (was ich ihm auch brühwarm erzählt habe). Diese Tribute-DVD enthält Szenen aus jedem einzelnen seiner Filme, so dass Sanju sich seine Filmkarriere sozusagen im Schnelldurchlauf anschauen kann. Und natürlich hatten wir auch ein ganz persönliches kleines Geschenk für Maana dabei.

Als nächstes fragten wir, ob wir Bilder machen dürften, und Sanju posierte willig erst allein, dann mit uns und schließlich, auf unsere Bitten, auch noch zusammen mit Maana für uns. Danach schrieb er uns noch Autogramme...

Und dann - dann kam der ganz große Augenblick, in dem Sanju uns alle drei der Reihe nach in die Arme nahm... Diesen Moment, diesen Jadoo Ki Jhappi werde ich niemals vergessen!

Jassi hatte noch ein paar weitere Bilder für die Sanju-Fans ausgedruckt, die nicht mit uns hatten kommen können; die nahm Maana an sich und versprach uns, sie abends signiert ins Kino mitzubringen. Die Vorstellung würde um 21 Uhr beginnen; und Sanju stellte uns seinen Mitarbeiter Suresh vor, der (für uns nicht sichtbar) draußen vor der Tür gewartet hatte; dieser würde uns um 20:30 Uhr in unserem Hotel abholen. Wir nannten ihm unser Hotel, und Suresh nickte und ließ uns wieder mit Sanju und Maana allein.

Inzwischen war auch indischer Kaffee und Wasser serviert worden. Leider konnte Sanju dann nicht mehr länger bleiben; er musste ja nach Delhi. So verabschiedeten wir uns von ihm und Maana - und dann blieben wir allein mit unseren Kaffeetassen, Autogrammen und Eindrücken zurück.

Keiner drängte uns, das Haus zu verlassen. Wir hätten wohl noch Stunden in der Lobby verbringen können, ohne dass uns jemand rausgeschmissen hätte. Denn wir sind noch eine ganze Weile geblieben, ohne dass jemand auch nur die Nasenspitze zu uns reingesteckt hätte. So hatten wir Zeit, unsere Eindrücke noch an Ort und Stelle ein wenig zu verarbeiten. Und ich gebe zu: Als ich mir alles noch einmal vor Augen führte, was ich gerade erlebt hatte - da kamen mir die Tränen... Ich war einfach nur glücklich.


Der Kino-Abend

Über Inder und Pünktlichkeit gibt es ja die verrücktesten Geschichten, aber in unserem Fall können wir uns nicht beschweren. Sanju hatte uns weder am Nachmittag warten lassen, noch kam am Abend Suresh zu spät - Punkt halb 9 stand der Wagen mit Suresh und Fahrer vor unserem Hotel, um uns zum Kino zu chauffieren.

Die Sondervorstellung von All The Best fand im Picxion statt; wie Maana mir mitteilte, ist das kein öffentliches Kino, sondern es gehört einem Freund von ihnen und wird nur für private Vorführungen und Previews benutzt. Man geleitete uns in einen kleinen Kinosaal mit gerade mal zwanzig Plätzen - aber was für Plätze! Superbequeme Ledersessel, in denen wir erstmal fast komplett versanken und die sich dann zudem als Liegesessel entpuppten. Dann brachte man uns noch Wasserflaschen, und kurze Zeit später ging All The Best los... Und eines stand schnell fest: Auch wenn es nur ein kleiner Kinosaal war - soundmäßig habe ich noch nie etwas Tolleres erlebt.

Der Film lief ohne Untertitel, aber das hat keinen von uns groß gestört; wir sind problemlos mitgekommen, zumal es auch genügend Situationskomik gab. Wir haben uns königlich amüsiert, und vor allem bei der nächtlichen Szene mit Sanju im rosa Nachthemd und mit dem im Vorfeld vielzitierten "Dostana-Akt" haben wir uns weggeschmissen. Sanju und Ajay sind zwei begnadete Komiker, und man merkt genau, wieviel Spaß sie bei der ganzen Sache gehabt haben.

Während der Intermission erwartete uns eine weitere Überraschung: Im Foyer waren erlesenes indisches Finger Food und Getränke aufgetischt worden. Wir genossen die Köstlichkeiten ebenso wie die Gelegenheit, noch einmal ein wenig mit Maana zu plaudern. Als wir nach der Pause unsere Plätze wieder einnahmen, drückte mir Maana eine Tüte in die Hand mit dem Hinweis, sie enthalte die von Sanju signierten Bilder. Als ich dann kurz in die Tüte reinschaute, blieb mir erst einmal die Luft weg - denn ich sah auf den ersten Blick, dass sie nicht nur das Bilderpäckchen enthielt; Maana hatte auch noch drei wunderschöne Dupattas mit Goldmuster mit eingepackt... Dass die Tüte selbst nicht irgendeine Tüte war, sondern ein ausgesprochen edel gestaltetes Teil mit einem goldenen SD-Monogramm, das merkte ich darüber gleich gar erst auf den zweiten Blick. Aber wir hatten gar keine Zeit, uns von unserem Staunen zu erholen, denn der zweite Teil begann.

Schon bei den Pausengesprächen war uns der Fotograf aufgefallen, der munter drauflos knipste. Als er auch nach Wiederbeginn des Filmes nach der Pause immer wieder in unsere Richtung blitzte, gab es für uns keine Zweifel mehr: Der Mann war entweder von der Presse, oder er sollte die Veranstaltung einfach so für die Privatzwecke der Dutts dokumentieren. Selbst am Ende, als wir das Kino wieder verließen, fotografierte er noch einmal - wir posierten sogar extra mit dem erhobenen All-The-Best-Daumen für ihn. Anschließend brachte Suresh uns drei, wie von Sanju versprochen, wieder in unsere Hotels zurück.

Ein unvergesslicher Tag ging zu Ende. Und wir waren uns absolut einig: Maana und Sanju sind einfach unglaublich. Waren ihre Einladung und ihre warmherzige Gastfreundschaft nicht schon Geschenk genug gewesen? Hätte jemand ernsthaft vermutet, dass sie uns da noch zusätzlich mit Geschenken beglücken würden? Also von uns dreien mit Sicherheit niemand.


Das Interview

Für den Dienstag hatten wir uns am Vorabend einen Tourist Car gemietet, der auch pünktlich um 10 Uhr parat stand. Wir machten mit ihm eine ausgiebige Stadtrundfahrt, hielten an besonderen Orten wie dem Gandhi-Haus, dem Gateway of India oder den Hanging Gardens auch mal eine Weile an, um uns in Ruhe umzusehen, und sogen die Impressionen dieser unglaublichen Stadt auf wie ein Schwamm.

Es war bereits Spätnachmittag, als wir uns noch zum Juhu Beach fahren ließen, wo wir uns etwas abseits vom größten Trubel im Sand niederließen, um noch einmal so richtig zu entspannen und sowohl den Rundumblick auf Mumbai als auch den Blick hinaus aufs Meer zu genießen. Es dürfte so kurz vor halb 5 gewesen sein, als plötzlich das Handy klingelte – und Maana mir frisch-fröhlich mitteilte, dass innerhalb der nächsten fünf Minuten Upala vom Mid-Day bei mir anrufen würde, um mir ein paar Fragen zu unserem Besuch in Mumbai und bei Sanju zu stellen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits soweit, dass ich mich über nichts mehr wunderte; bei all dem, was ich am Vortag erlebt hatte, was war da schon noch ein Telefoninterview? Ich also: klar, kein Problem... wobei ich mich vorsichtshalber noch versicherte, ob ich auch wirklich über alles berichten durfte, was Maana bejahte.

So. Da saßen wir nun im Sand von Juhu Beach und warteten auf einen Presseanruf.

Es dauerte nicht lange, bis Upala anrief und mir eine Reihe von Fragen stellte: Wie war es zu diesem Mumbai-Besuch von uns gekommen? Was hatten wir alles erlebt? Wie verbreitet sind Hindi-Filme in Germany? Was halten wir von Sanju (was für eine Frage!!!)? Hatten wir Sanju und Maana Geschenke mitgebracht? Und wie hatte es uns in Mumbai gefallen? Und ich hab nur noch geredet wie ein Wasserfall... (Das Ergebnis konnten wir dann am 5. November im Mid-Day nachlesen.)

Und dann ging der Tag auch schon zur Neige... und unser Zwei-Tage-Trip nach Mumbai ging zu Ende... Aber was war es für ein Trip gewesen!!!

Ich hatte in all der Zeit, in der ich mich jetzt schon mit Sanjay Dutt befasse, immer wieder von seinem großen und goldenen Herzen gelesen – in diesen Tagen habe ich es am eigenen Leib erleben dürfen. Was Sanju und Maana uns geschenkt haben, das war mehr als nur ein einfaches "Star trifft Fans". Sie haben uns als willkommene Gäste betrachtet und entsprechend alles getan, damit wir uns wohlfühlen und unvergessliche Erlebnisse mitnehmen konnten.

Und ich weiß jetzt mehr denn je, warum gerade Sanjay Dutt und niemand sonst mich derart für sich hat einnehmen können, dass ich mich per Website und Mundpropaganda für ihn einsetze und auch weiterhin einsetzen werde. Wobei der Schauspieler für mich nach wie vor nur zweitrangig ist; ungleich beeindruckender und liebenswerter ist Sanju als Mensch. Ich wünsche ihm und Maana alles Glück dieser Welt - diese beiden warmherzigen Menschen verdienen es.

All the best, Sanju and Maana, and thank you from the bottom of our hearts. God bless you!

Freitag, 6. November 2009

Ciné-Blitz 11/2009: A Man Apart

Ciné-Blitz, November 2009

A Man Apart

Shubarna Mukerji Shu trifft Sanjay Dutt, den Frauenschwarm, den Superstar, den Menschen, um herauszufinden, warum alle ihn lieben!


Sanjay Dutt! In all den Jahren, in denen ich die Industrie nun schon beobachte, habe ich niemals jemanden gesehen, der sich so standhaft geweigert hat, sich zu ändern, wie er. Sein Denken, seine Art, seine Aktionen... Nichts an ihm hat sich verändert. Manche mögen das frustrierend finden, aber innerlich möchte jeder zu der Elite gehören, die er Freunde nennt. Warum? Ganz einfach, weil Sanjay dich gut aussehen lässt, wenn du mit ihm zusammen bist. Das ist der Charme und der Zauber dieses Mannes. Seine Produzenten mögen vielleicht endlos auf ihn warten müssen, bis er aus seinem Van herauskommt, aber sie können immerhin versichert sein, dass bei Sanjay Dutt in ihrem Film auch das Publikum nicht ausbleiben wird. Wenn er locker-lässig über das Set schlendert und dabei auch in diesem Alter wie ein Rockstar aussieht, dann begreift man, dass er – egal was man über Sanjays Eskapaden gelesen oder gehört haben mag – immer noch der ist, dem die Jugend nacheifert...

Wie sein Produzent musste auch ich eine ganze Weile auf Sanjay Dutt warten. Schließlich erschien er, drehte natürlich zuerst seine Szene ab und kam dann zu mir und setzte sich für das Interview neben mich. Das Interview, das für mich, die Schreiberin, ein persönlicher Triumph war, denn lange genug hatte es gedauert. Aber nun mit Sanjay Dutt vor mir jubelte ich nicht über mein Interview; vielmehr war ich einfach nur begeistert von der ganzen Situation, in der ich mich befand. Ich hatte den Schauspieler gerade in Aktion gesehen; eine einfache, ganz normale Szene, aber durch ihn wurde sie überlebensgroß. Das ist das Charisma der Schauspieler der alten Schule – sie wissen einfach, wie man das Publikum zum Rasen bringt. Und erstaunlicherweise spielen sie mit gleichem Elan Komödie. Sanjay Dutt zum Beispiel hat es darin zur Meisterschaft gebracht. "Komödie ist an sich nichts Neues für mich; ich habe sie seit meinen Thanedaar-Zeiten gemacht... aber damals konzentrierte sich alles noch auf Action, deshalb nahm niemand wirklich Notiz davon. Doch dann kamen Jodi No. 1 und Haseena Maan Jaayegi etc, die gut aufgenommen wurden. Und natürlich hat Munnabhai mich dann endgültig in diesem Fach etabliert." Und All The Best wird diese Tradition nun weiterführen.

Beim Blick auf die Besetzung dieses Filmes wird völlig klar, warum Sanjay dabei ist. Ajay und er scheinen auf der gleichen Wellenlänge zu liegen, und offensichtlich verstehen sie sich gut. Man merkt richtig, wie wohl sie sich miteinander fühlen... "Wir kennen uns schon sehr lange. Sein Dad und mein Vater haben zusammengearbeitet und einander gekannt. Das Beste an der Arbeit für einen Spaßfilm ist, dass die Atmosphäre dabei so entspannt ist, dass man sich einfach wohlfühlt. An diesem Film zu arbeiten war wie die Arbeit an meiner eigenen Home Production. Es geht niemals darum, wie viele Szenen du hast, wie oft du zuschlagen darfst; es geht um die Freude an der Arbeit, es geht darum, dass man sich versteht, ohne dass sich einer in den Vordergrund drängelt... wir lieben einander, wir arbeiten miteinander."

In den heutigen Zeiten, wo Feinde sich für Filme zusammentun und für einen möglichen Hit ihren Stolz hinunterschlucken, erwarten nur sehr wenige Schauspieler auch noch, Freude zu haben. Sanjay Dutt jedoch ist ganz klar nicht bereit, Zeit zu verschwenden für einen Film, bei dem er sich ruhelos fühlen würde... "Warum sollte ich? Ich bin jetzt seit 30 Jahren in dieser Industrie, ich denke nicht, dass ich mir meinen Weg jetzt noch erarbeiten muss. Ich habe mich längst bewiesen. Glauben Sie mir, ich habe mich in den vergangenen 30 Jahren so oft bewiesen, wenn auch noch öfter als Mensch. Aber als Schauspieler, denke ich, muss ich mich heute nicht mehr beweisen." Vielleicht muss er sich nicht mehr beweisen, aber warum sahnt er nicht ein bisschen mehr ab von dem Star-Status, den er genießt? Sanjay Dutt hat sich nicht einmal ansatzweise damit abgegeben, Kapital aus seinem Erfolg zu schlagen; macht ihn denn gar nichts ängstlich oder unsicher?

"Sie haben Recht, ich bin kein unsicherer Mensch"... er schaute mir direkt in die Augen und versicherte mir dadurch, dass er nicht zu denen gehört, die etwas nur um des Effekts willen sagen. Wenn er etwas sagt, dann meint er es auch. Wenn man seine Freunde trifft und sie bittet, Sanjay Dutt zu beschreiben, dann landen alle früher oder später bei der kindlichen Unschuld in ihm; eine Ehrlichkeit, die der liebenswerteste Aspekt bei diesem Mann ist... Aber offen gesagt begreife ich nicht, wie er sie sich bewahrt. Bei all dem, was er erlebt und durchgemacht hat, bei all den Härten, die das Leben ihm bereitet hat, ist wahrhaft unschuldig zu bleiben doch vermutlich die schwierigste Aufgabe von allen...

"Für mich ist die Unschuld, von der sie reden, ich selbst zu sein. Da sie kein Vorwand ist, kommt sie von selber. Wenn Sie das eine schwierige Aufgabe nennen, dann sprechen Sie davon, etwas zu tun; für mich bedeutet es lediglich, ich selbst zu sein. Ich wüsste auch nicht, was ich sonst sein sollte als ich selbst! Ob in der Öffentlichkeit oder privat oder wo auch immer, ich erachte das als eine meiner guten Eigenschaften; ich täusche niemals etwas vor. Ich bin jetzt schon viel zu lange so, ich kann mich da nicht mehr ändern." Er sprach offen darüber, sich nicht ändern zu wollen, und lieferte dadurch gleich auch die Antwort auf die langgehegte Frage: Was macht Sanjay Dutt zum umgänglichsten Schauspieler von allen? Es ist die Tatsache, dass er stets er selbst ist. Die Tatsache, dass er niemals so tut als ob. Die Tatsache, dass es bei ihm niemals irgendwelche heimlichen Absichten gibt.

Obwohl ich ja das Gefühl habe: Es ist genau diese rigide Haltung, sich nicht ändern zu wollen, die ihn daran gehindert hat, ein noch größerer Star zu werden. Er mag der größte Schauspieler in Tinselville sein, aber er hat sich nie darüber Gedanken gemacht, Profit aus seinem Star-Status zu schlagen. Er macht seine Leistungen nicht publik, er redet nicht über seinen Erfolg... begreift er nicht, dass er das, was ihm zusteht, aus den Händen gibt, noch bevor er überhaupt danach gegriffen hat? Ich habe ihn nie darüber reden hören, Schauspieler Nummer eins zu sein, und er hat auch niemals beansprucht, der höchstbezahlte Schauspieler zu sein. Stattdessen hören wir immer wieder von Filmen, die er macht, ohne einen Penny dafür zu nehmen... Hält er denn nichts davon, den richtigen Lärm zum richtigen Zeitpunkt zu machen?

Er braucht nicht einmal eine Sekunde, um darüber nachzudenken. "Publicity und so weiter ist okay und auch sehr wichtig. Du musst für deine Filme werben, und du musst alles Mögliche machen, aber du kannst nicht überall sein. Ich zum Beispiel kann nicht allüberall sein und den Leuten erzählen: 'Guckt mal, ich mache gerade dies und das'. Und ganz ehrlich: Ich bin glücklich mit dem, was ich mache. Ich bin glücklich über mein Publikum und darüber, wie sie auf mich reagieren. Ich bin glücklich, dass ich ein Publikum habe, das selbst heute noch dafür sorgt, dass meine Filme gut laufen. Das ist wichtig, und sehen Sie: das ist letzten Endes auch alles. Zu versuchen, Gutes zu tun, anstatt allgegenwärtig zu sein. Ich mache mein Zeug, aber ich mache es nicht publik. Ich helfe Krebspatienten, drogensüchtigen Kindern, Menschen mit AIDS, Spastikern, aber ich gehe niemals damit vor die Presse und rede darüber. Das ist es nicht wert. Denn das bedeutet, dass du keine Wohltätigkeit ausübst, sondern dass du es um der Publicity willen tust. Das ist es... Wenn Sie mich fragen, warum ich nicht über meine Hits und anderes Zeug rede, dann ganz einfach, weil das nicht mein Ding ist. Es gibt Menschen da draußen, die ständig darüber streiten, wer die Nummer eins ist. Aber ich für meinen Teil weiß, dass ich keine Nummer bin – ich bin Sanjay Dutt!" In diesem Moment blitzte jenes freche Grinsen bei ihm auf, das den meisten Kinogängern vertraut sein dürfte – das, welches er immer zeigt, wenn er weiß, dass er es einem so richtig gegeben hat... Und das hatte er ja auch.

Überhaupt: Jedesmal, wenn das Leben versucht hat, ihn nach unten zu ziehen, hat er sich darüber erhoben mit genau diesem unerschütterlichen Lächeln. Wie er schon sagte: Er ändert sich nie. Andere, die meinen, ähnlich zu denken wie er, verändern sich; aber Sanju Baba steht fest zu seinen Freunden. Macht eher Filme für die, die ihn darum bitten, als für die mit dem besten Angebot, und kümmert sich keinen Deut darum, wohin seine Karriere geht... "Wie ich schon sagte, ich bin jetzt seit 30 Jahren in der Industrie. Das ist eine quälend lange Zeit zu arbeiten, immer und immer wieder das Gleiche zu tun. Ich muss meine Fähigkeiten als Schauspieler wirklich niemandem mehr vorführen. Zeigen Sie mir jemanden, der tatsächlich so lange überlebt hat. Und wenn ich nach all diesen vielen Jahren einen solchen Platz in dieser Industrie habe, warum sollte ich dann nicht meinen Freunden helfen, wenn ich kann? Wozu wären dann all diese Jahre gut gewesen, die ich investiert habe, wenn ich jetzt nicht mal so viel für meine Freunde tun könnte?"

Er argumentierte mit Worten, die ihm aus dem Herzen kamen. Und ich fragte mich: Hatte er denn vergessen, wie oft schon Menschen, die er Freunde genannt hatte, genau diese Eigenschaft von ihm schamlos für sich ausgenutzt hatten? Fühlt er denn gar keine Notwendigkeit, vorsichtiger zu werden?

Das Wort Vorsicht steht nicht in Sanjays Wörterbuch. "Ja, es gab Zeiten, in denen Menschen mir gegenüber nicht ehrlich und korrekt waren, aber ich vergebe ihnen. Ich kann ihnen zwar nicht mehr als Freunden vertrauen, deshalb habe ich sie aus meinem Leben ausgeschlossen, aber ich sehe keinen Sinn darin, darauf herumzureiten. Vermutlich haben meine Jahre im Gefängnis mich dazu gebracht, so zu denken; aber Fakt ist, dass nichts dabei herauskommt, wenn man irgendwelchen Groll hegt. Ich hätte im Gefängnis auch bitter werden können beim Gedanken an all die Menschen, die mir Unrecht getan haben, aber das Beste ist, zu vergeben und weiterzumachen."

Vergeben, weitermachen und den Menschen noch mehr Chancen geben, einen zu verschaukeln? Ich meine, warum muss ein Schauspieler vom Kaliber eines Sanjay Dutt sich vor Hilfsbereitschaft überschlagen für, sagen wir mal, einen Jackky Bhagnani?

"Jackky ist ein alter Bekannter", erklärte er. "Ich habe ihn aufwachsen sehen. Wenn ich ihn heute anschaue, dann erinnert mich das an meine Rocky-Zeiten. Ich kann seinen Kampf und seine Leidenschaft sehen... diese Angst in seinen Augen... und auch seinen Frust darüber, noch keinen Durchbruch geschafft zu haben. Wenn es ihm in irgendeiner Weise hilft, wenn ich mit ihm zusammen in einem Film bin, dann werde ich keine Sekunde zögern und es machen. Letzten Endes werden meine Aktionen und meine Arbeit für mich sprechen. Wenn Sie heute hier sitzen und mich interviewen und mir Respekt erweisen, dann aufgrund meiner Arbeit, die ich geleistet habe. Ich sehe keinen Sinn in Befürchtungen, wohin die Karriere gehen könnte, oder in entsprechenden Kalkulationen."

Ich erinnerte mich an mein Treffen mit Ajay Devgn unmittelbar vor diesem Interview. Er hatte mir erzählt, dass Maanayata das Beste war, was Sanjay hatte passieren können, weil sie sein philanthropisches Karma in Schach hält. Und auch ich dankte ihr im Stillen... Begreift Sanjay überhaupt, welch ein wichtiger Faktor sie in seinem Leben ist?

"Natürlich tue ich das! Jeder, der sagt, dass sie zu heiraten das Beste war, was ich je gemacht habe, hat absolut Recht. Es war der beste Schritt meines Lebens. Ich weiß nicht, wie ich ihr dafür danken soll. Ich danke Gott, dass er sie einen Teil meines Lebens hat werden lassen. Sie ist mit mir zusammen durch so vieles gegangen. Sie ist meine Wegweiserin, meine Buchhalterin, meine Köchin... sie ist mein Alles, und ich liebe sie wirklich sehr. Ich kann Gott gar nicht genug für sie danken. Mit ihr zusammen sehe ich das Leben jetzt aus einer ganz anderen Perspektive. Ich habe niemals gefühlt, was ich jetzt in so vieler Hinsicht fühle, und genau so habe ich mir das Leben immer gewünscht. Zu jemandem nach Hause zu kommen! Ich bin mein Leben lang ein Vagabund gewesen... habe wie ein Nomade gelebt... und plötzlich habe ich ein Zuhause und eine wunderschöne Frau. Jetzt fühle ich mich vollständig!"

Ohne Frage liebt es das Kind in ihm, von seiner Frau verwöhnt zu werden, die vielleicht sogar die Lücke füllt, die der Verlust seiner Mutter bei ihm hinterlassen hat. Er lächelte mich an, vielleicht beim Gedanken daran, wie er gerade geklungen hatte... es passiert nicht immer, dass man den Macho-Mann Sanjay Dutt derart von seiner Frau schwärmen hört. Offenbar lebt er heute endlich das perfekte Bilderbuchleben, das sich jeder aus vollem Herzen wünscht... Gibt es heute denn noch irgendetwas, was er sich wünscht, etwas, wonach sein Herz sich immer noch sehnt?

"Ja, das gibt es..." Sein Lächeln schwand nicht, als er sagte: "Ich will meine Freiheit."

(Deutsch von Diwali)

*


Ergänzung: Aus dem Interview mit Ajay Devgn in der gleichen Ausgabe:

CB: Haben Sie und Sanjay Dutt sich schon immer gut verstanden?

Ajay: Ja, immer.

CB: Sie sind sich auch in vielerlei Hinsicht ähnlich. Zumindest in punkto Wahrnehmung. Macho, robust, viel Herz, freundlich, großzügig, Typ großer Bruder, herumschweifendes Auge... zumindest früher mal...

Ajay: Das ist Jahrhunderte her! Ja, wir sind uns in vielerlei Hinsicht ähnlich und in vielerlei Hinsicht nicht so ähnlich.

CB: Beide sind faule Schauspieler. Aber bei All The Best waren Sie auch Produzent, und kein Produzent mag faule Schauspieler.

Ajay: Ich mag faul sein, aber ich bin niemals, niemals unprofessionell. Was Sanju und All The Best betrifft, da hat Sanju gearbeitet, als sei er der Produzent des Filmes. Er war der Produzent. Er war die ganze Zeit da. Man bedenke, ich habe den Film im Mai begonnen, und mit diesem ganzen Star Cast, mit Sanju und all den anderen, haben wir den Film bereits im Oktober herausgebracht! Das dürfte bereits eine Art Rekord sein. Wir mussten nie etwas absagen, zurückstellen oder verschieben. Das Problem mit Sanju ist, dass er nie Nein sagen kann. Er möchte jedem helfen, der zu ihm kommt. Und die Hälfte der Zeit über muss er dann die Torheiten anderer ausbaden. Ich finde wirklich, dass Maanayata das Beste ist, was Sanju hatte passieren können. Sie hat sein Leben in hohem Maße wieder aufs richtige Gleis gebracht. Sie achtet darauf, dass er trainiert, gut isst, und wenn Sanju mal nicht nach Arbeiten ist, dann sorgt sie dafür, dass er zur Arbeit geht. Sanju kann absolut nicht mit Geld umgehen, und er ist total anfällig für rührselige Geschichten, so dass er früher ständig ausgenommen wurde – aber auch das hat sie jetzt in ihre Hände genommen. Sie hält solche Leute von ihm fern und achtet darauf, dass er sein Geld spart; ansonsten würde Sanju alles zum Fenster rauswerfen oder verteilen. Sie hat ihn auch dazu gebracht, mit dem Trinken aufzuhören, was erstaunlich ist. Sie ist wirklich gut für ihn.

(Nishi Prem; Deutsch von Diwali)

Donnerstag, 5. November 2009

Maanyata charms hubby Sanjay's German fans

Quelle / Source in English

Was kann ich zu diesem Artikel noch anderes sagen als: Ja, es ist wahr, ich habe Sanju und seine Frau tatsächlich persönlich kennengelernt...

Und ich kann nur sagen: Sanju und Maana sind unglaublich warmherzig, liebevoll und sympathisch. Ich wusste schon immer, warum ich Sanju nicht nur als Schauspieler, sondern vor allem auch als Mensch schätze, und nach dieser Begegnung liebe, bewundere und respektiere ich ihn noch mehr als zuvor.

2nd November 2009 - a day to remember... God bless you, Sanju and Maana.

Donnerstag, 29. Oktober 2009

German fans fly down for Sanju

Quelle / Source in English

Manchen Fans ist für Sanjay kein Weg zu weit - wenn seine neuen Filme nicht in Deutschland laufen, dann fliegen seine deutschen Fans eben nach Mumbai, um nicht ewig auf die DVD warten zu müssen... *g*

Donnerstag, 1. Oktober 2009

The Ripe Hero

Screenindia, 2. Oktober 2009

The Ripe Hero

Ab Diwali werden den Kinogängern in den Theatern Sanjay-Dutt-Leckerbissen serviert. Rohit Shettys Kinospaß All The Best und Anthony D'Souzas Unterwasser-Abenteuer Blue kommen direkt zu Diwali raus, und zwei Wochen danach wird Dutt als Ringmaster in Sujoy Ghoshs Fantasy-Geschichte Aladin die Peitsche schwingen. "Diwali ist die richtige Zeit für große Filme", meint Analyst Vinod Mirani.

Dass Sanjay Dutt erst unlängst seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, hat seiner cineastischen Anziehungskraft keinen Abbruch getan. "Er hat ein großartiges Image – es ist erstaunlich: Wann immer er ein Set betritt, jubeln ihm ganze Massen zu. Er mag ein Senior Actor sein, aber er durchschneidet die Altersgrenze", meint Rohit Shetty und gibt zu, schon seit seiner Kindheit ein Dutt-Fan zu sein.

Sanjay Dutt mag bislang noch keine Strategien oder Pläne für seine Karriere entworfen haben, aber an diesem kritischen Zeitpunkt scheint er vernünftige Karrierezüge zu machen, wie der Experte Amod Mehra es sieht: "Er weiß, dass er nach seinem 50. Geburtstag als Solo-Hero nicht mehr marktfähig ist, und hat sich würdevoll in Richtung hervorstechende Neben- bzw. Charakterrollen bewegt. Wie in All The Best und Blue, wo er der Kumpel der Helden ist, und in Aladin ist er der Schurke."

Die bisherigen Releases dieses Jahres – Luck und die Gastauftritte in Short Kut und Kal Kissne Dekha – haben kaum zu seinem Box-Office-Ansehen beigetragen. Das große Argument ist, dass Dutt kein 'Solo-Hero' mehr ist und außer den Munnabhai-Filmen keine Hits mehr abgeliefert hat. Dem setzt Mirani entgegen: "Es gibt keine Solo-Helden mehr. Filmhelden wie Sanjay Dutt und Akshay Kumar werden von Flops nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Sanjay ist noch kein Nebendarsteller, er ist der gereifte Held."

Nach Ansicht des Statistikers N.P. Yadav ist ein Solo-Hero jemand mit einer gleichmäßigen Erfolgsrate, was demnach lediglich Aamir Khan, Shahrukh Khan und Hrithik Roshan für diesen begehrten Posten qualifiziert. "Dutts Wirkung in einer Multistar-Aufstellung ist die eines A-plus Senior-Hero. Seine Persönlichkeit ist so überwältigend", fügt Yadav hinzu.

Er hat seine Blütezeit definitiv hinter sich und kann nicht wirklich mit Topquoten am Box-Office aufwarten – was ist es also, was Sanjay Dutt für Filmemacher so anziehend macht? Blue-Regisseur Anthony D'Souza: "Er kann niemals niedergemacht werden, er kommt immer zurück. Er ist der Inbegriff für Charakterstärke, Standfestigkeit und Entschlossenheit. Wann immer jemand ihn abschreibt, kommt er mit einem Knall wieder zurück." Er erläutert die Parallelen zwischen Dutts Rolle als einfacher Mann in Blue und seinem wirklichen Leben: "Im Film ist er ein einfacher, hart arbeitender Mann, anständig und charakterfest; ein Typ, der sein Geld lieber verdient als es sich zu borgen. Er ist ein guter Mann, den nichts niederwerfen kann. Er steht immer zu seinen Freunden und zu seiner Familie. Genauso ist er auch im wirklichen Leben", schwärmt Tony voller Bewunderung.

Sujoy Ghosh erklärt: "Für den Ringmaster brauchte ich einen Schauspieler mit einer überlebensgroßen Persönlichkeit, und Sanjay Dutt passte perfekt. Er spielt Mr Amitabh Bachchans Gegenspieler in dem Film, und er ist einer, der sich sogar gegen Mr Bachchan behaupten kann." Ghosh fügt hinzu, dass "Mr Dutt ein Ein-Take-Schauspieler" ist, was für ihn eine große Offenbarung war. Außerdem ist Dutt laut Auskunft von Ghosh großartig beim Dubbing: "Er ist so schnell! Er kann sich seinen ganzen Text im Handumdrehen merken!"

Rohit Shetty, der Macher jugendlich-leichter Komödien wie die Golmaal-Serie, verrät, dass Dutts Rolle in All The Best etwas völlig anderes ist als all die Sattarbhai- und Moosabhai-Rollen, die er bislang gespielt hat – "wo er einfach immer nur dahinschreitet mit fünf Schergen um ihn herum". Hier spielt er einen einfachen Mann. "Es ist ein erfrischender Imagewechsel, den er in diesem Film bringt", sagt Shetty.

Dass er gerne wieder und wieder mit Dutt arbeiten möchte, liegt an dem Engagement des Schauspielers für seine Projekte. "Er hat nach Drehschluss noch die Szenen für den nächsten Tag geprobt. Der Dreh begann ihm Spaß zu machen, und das war ein Doppelplus für uns", verkündet er beglückt. Er erinnert sich auch an einen Tag in Goa, als eine Szene nicht so wirkte, wie er es sich vorgestellt hatte, so dass er in schierer Frustration den Dreh abbrach – woraufhin Dutt sich mit ihm zusammensetzte und die Szene neu schrieb. "Und was soll ich sagen – noch am gleichen Abend hatten wir dann eine neue Szene, die wunderbar funktionierte", erzählt Shetty.

Shetty arbeitet bereits an einem Komödienskript für Dutt, und D'Souza möchte ihn für einen weiteren Action-Film engagieren. Auch Sujoy Ghosh ist jederzeit bereit, an Dutt heranzutreten, wenn er die richtige Rolle für ihn hat. Nun – sagt das nicht alles?

(Deepa Karmalkar; Deutsch von Diwali)