Samstag, 30. Dezember 2006

Rocky (1981)

Zur Story: Weil Shankar (Sunil Dutt) sich für die Rechte der Arbeiter von Ratanlals (Anwar Hussain) Firma Ratan Constructions einsetzt, fällt er einem heimtückischen Mordanschlag zum Opfer. Auch Ratan selbst wird ermordet. In beiden Fällen war der Täter Jagdish (Ranjeet), der nun alleiniger Leiter der Firma ist. Bei einem Überfall Jagdishs auf Shankars schöne Witwe Parvati (Rakhee Gulzar) erleidet deren kleiner Sohn Rakesh ein Trauma, aufgrund dessen er fortan beim Anblick seiner Mutter stets hysterische Wahnsinnsanfälle erleidet. Deshalb beschließen Shankars Freund Robert D’Souza (Amjad Khan) und seine Frau Kathy (Aruna Irani), Parvati zu helfen und Rakesh zu adoptieren. Unter dem Namen Rocky (Sanjay Dutt) wächst Rakesh zu einem sorglosen jungen Mann heran. Er verliebt sich in Renu (Tina Munim), Ratans Tochter und Erbin – doch die hat Jagdish für seinen eigenen Sohn R.D. (Shakti Kapoor) vorgesehen...

Rocky ist leider ein schwacher Film. Eine über weite Strecken ziemlich uninspirierte Story, deren Plot um Sanjays zweiten weiblichen Co-Star Reena Roy zudem auf absolut unbefriedigende Weise endet. Ich weiß nicht, was Sunil Dutt geritten hat, seinen Sohn in einem solchen Machwerk zu präsentieren. Ich habe ihn im Verdacht, dass er Sanjay zu einer Art zweitem jungen Amitabh Bachchan aufbauen wollte, und das ging einfach gründlich daneben. Nicht nur, dass Sanjay als 22-Jähriger noch ein eher schlaksiges Zwetschgenmännle war - weit entfernt von dem durchtrainierten Körper einige Jahre später, weswegen die vielen Oben-ohne-Szenen fast peinlich wirken -, sein Spiel war auch noch sehr blass und teilweise unbeholfen. Nur ab und zu ließ er schon späteres Können aufblitzen (einmal dachte ich eine Sekunde lang wirklich, dass mich Khalnayak angrinst); und bezeichnenderweise ist er in seinen ruhigen und ernsten Szenen besser als bei seinen Versuchen, jugendlich-überschwänglich aufzudrehen. Nun gut, im historischen Kontext, also eben als Sanjays Debütfilm als Erwachsener, kann man sich das Teil schon mal ansehen, und spätestens wenn Sanjay und Shakti in einem Disco-Tanzwettbewerb (mit Shammi Kapoor as himself in der Jury) einen auf John Travolta machen („Aa Dekhe Zara“), weiß man, dass man seine Kröten für die DVD nicht umsonst angelegt hat *ggg*.

Witzig übrigens: Sanjays erster Auftritt in diesen Film ist verbunden mit einem Clip („Rocky Mera Naam“), in dem er - begleitet von ein paar Kumpels - mit dem Motorrad durch die Gegend fährt. Und naaaa, von wem wissen wir noch, dass er (elf Jahre später) in seinem Debütfilm genau den gleichen Entry (Clip mit Motorrad-Clique) gemacht hat? Richtig: ein gewisser SRK... ;)

Produktion: Amarjeet; Regie: Sunil Dutt
151 Min.; DVD: Eros, englische UT (Songs nicht untertitelt)
Screenshots


Noch eine kleine Zusatzinfo: Sanjus Debütfilm war ein kleines Familienunternehmen; neben seinem Vater Sunil, der Regie führte und die kleine Rolle von Rockys Vater selber spielte, war mit Anwar Hussain (Ratanlal) auch ein Bruder seiner Mutter Nargis mit von der Partie. Und mit seiner Partnerin Tina Munim war Sanju damals schon seit ein paar Jahren auch im richtigen Leben fest liiert; allerdings sollte diese Beziehung bald darauf in die Brüche gehen.

Nargis war es übrigens nicht mehr vergönnt gewesen, die Premiere des ersten Filmes ihres Sohnes mitzuerleben: Fünf Tage zuvor war sie ihrem Krebsleiden erlegen. Hier äußert sich u.a. Sunil Dutt über diese schweren Zeiten.

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