Sonntag, 25. Februar 2007

Johny I Love You (1982)

Zur Story: Suraj Singh (Suresh Oberoi) beschließt schlagartig, seine Banditenkarriere an der Seite von Zalim Singh (Amrish Puri) aufzugeben, als in einem Handgemenge mit diesem seine Frau Savitri (Gita Siddharth) ums Leben kommt. Mit seinem kleinen Sohn Raju findet Suraj bei dem katholischen Priester Father John (Raj Mehra) Unterschlupf und beginnt ein neues, ehrliches Leben, wobei er Raju, um ihn vor einer eventuellen Verfolgung durch Zalim zu schützen, in Johny umbenennt. Jahre später verlieben sich Johny (Sanjay Dutt) und Seema (Rati Agnihotri), die Enkelin von Surajs Arbeitgeber Colonel (Om Prakash), ineinander. Seemas Mutter Meera (Tanuja) und der Colonel haben jedoch andere Pläne für Seema: Sie soll den aus London zurückgekehrten NRI Amar heiraten. Und auch Suraj missbilligt die Wahl seines Sohnes, da Seema als Tochter seines Herrn einer höheren Klasse angehört. Seemas und Johnys Kampf um ihre Liebe scheint verloren, als Amar und dessen Schwester Sheela aufkreuzen und Johny bereit ist, sich seinem Vater zu fügen. Doch Amar und Sheela sind in Wahrheit Zalim Singhs Sohn Shakti (Monty), der Amar und Sheela ermordet hat, und seine Freundin Julie (Jyoti Bakshi). Als es ihnen zudem gelingt, Zalim – der einige Zeit zuvor gefasst und zu lebenslänglich verurteilt worden war – aus dem Gefängnis zu befreien, übernimmt dieser das Regiment im Haus des Colonels und verleumdet Suraj als Savitris Mörder, wodurch Johny endgültig in Zwiespalt gegenüber seinem Vater gerät...

Die Handlung dieses Filmes beginnt vielversprechend und bleibt es auch lange Zeit; doch spätestens mit der Flucht Zalims aus dem Gefängnis wird das Ganze ziemlich krude und unübersichtlich, und das liegt bestimmt nicht nur an den fehlenden Untertiteln. Seltsame Schnitte erwecken ebenso den Verdacht, dass an dem Film herumgepfuscht wurde, wie offensichtlich fehlende Szenen: Ich bin es ja gewohnt, dass im Hindi Cinema blutende Wunden von einer Szene zur nächsten spurlos verheilen können – aber wenn umgekehrt Sanjay in einer Szene mit makellosem Gesicht agiert und dasselbige im nächsten Moment grün und blau geschlagen ist und der Mundwinkel blutet, ohne dass ich dazwischen auch nur eine Hand gesehen habe, die sich gegen ihn erhoben hat, dann kann an der Szenenabfolge definitiv etwas nicht stimmen. Ähnlich verwirrend wirkt mitten ihn der spannungsgeladenen Atmosphäre während Zalims Herrschaft im Haus des Colonels eine bunte Hochzeitsfeier, auf der Johny und Seema mit sichtbar echter Fröhlichkeit tanzen (ich korrigiere mich: herumhopsen), obwohl das Ganze nur eine Scheinhochzeit ist und den beiden in dieser kritischen Situation ganz bestimmt nicht nach einer solchen Ausgelassenheit zumute war.

Sanjay war – wenn man bedenkt, dass dies erst sein dritter Film und er zudem damals noch drogensüchtig war – alles in allem ziemlich gut drauf, hatte sogar einige wirklich gute Momente, vor allem zusammen mit seinem wie gewohnt sehr souverän spielenden Filmvater Suresh Oberoi. Erstaunlicherweise hatte Sanju diesmal Probleme mit seinen emotionalen Szenen, vieles wirkt bemüht und unecht. Das kann natürlich auch an Rati Agnihotri gelegen haben, die älter aussieht als ihre Filmmutter Tanuja und teilweise völlig überdreht agiert und dabei ein paarmal in einen schrillen Kreischton verfällt, bei dem sie sich nicht zu wundern braucht, wenn ihrem Partner mal die Hand ausrutscht. Was dafür bei Sanju umso besser funktioniert, sind seine Nahkämpfe und Wutausbrüche (und derer hat er mehrere) sowie die Szene, in der er eine wilde Stute bändigt, um ihr Fohlen retten zu können. Seine Garderobe – ich denke mit Schaudern z.B. an den weißen Rolli und die rote Jacke mit Pelzbesatz – bemühe ich mich jedoch ebenso zu vergessen wie Amrishs silbergraue Pudellocken-Perücke...

Johny I Love You ist alles in allem ganz bestimmt kein Ruhmesblatt in Sanjus früher Filmographie, daran ändert auch Aruna Iranis verführerische Item-Nummer "Rang Rangeele", in der sie den durch eine Droge völlig benebelten Johny umtanzt, nichts. Abgesehen von ihr und ein paar schönen Interaktionen zwischen Suresh und Sanju muss man dieses Teil ganz bestimmt nicht gesehen haben.

Produktion: Tony; Regie: Rakesh Kumar
Ca. 140 Min.; VCD: Time , ohne UT

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